600 Frauen feiern in der Dogan-Arena

Damensitzung der MKG in der Dogan-Arena.
Damensitzung der MKG in der Dogan-Arena.
Foto: WP

Menden..  Der Karneval wirft seine Schatten voraus. Einen ersten Höhepunkt setzte am Samstag die Damensitzung der Mendener Karnevalsgesellschaft Kornblumenblau. Mehr als 600 verrückte Frauen tagten erstmals nicht auf der Wilhelmshöhe, sondern in der Dogan-Arena. Ein Wagnis, das sich lohnen sollte.

Neuer Ort: die Dogan-Arena

Die Stimmung siedet bereits vor der Halle, eine Mischung aus unbändigem Feierwillen und gespannter Erwartung. Drinnen fragen sich die Karnevalisten, ob der Ortswechsel eine gute Idee ist. Die Wilhelmshöhe hat schließlich großartige Dienste geleistet. Kaum dass die Gäste ihre Plätze eingenommen haben, ist klar, dass die Sorge umsonst war. Die Dogan-Arena wird ohne Mucken akzeptiert. Während die Partyband „Balus“ mit toller Musik den Saal auf die nächsten Stunden vorbereitet, atmet MKG-Pressefrau Bärbel Dambachmayr erleichtert auf: „Fürs erste Mal sind wir zufrieden“. Denn die Lokalität im Industrieweg hat gegenüber der Wilhelmshöhe zwei Vorteile: Die Parkplatzsituation ist besser, und die Lage senkt das Risiko von Ruhestörung.

Petra Klapper, Vorsitzende der Damenabteilung, und Gordon Blankenhagen führen durch das Programm. Das hat es in sich: fetzige Musik, wirbelnde Tänzerinnen, witzige Comedy und Gesang. Ein erster Höhepunkt kommt schon kurz nach Beginn. Da steht plötzlich ein dicker, stark geschminkter Mann im glitzernden Abendkleid auf der Bühne und imitiert Caterina Valente.

Das schillernde Gesamtkunstwerk trägt den klingenden Künstlernamen Gloria del Castro. Die Wuchtbrumme aus Sankt Augustin hat es voll drauf. Absolut lippensynchron stellt sie die Hits der Valente dar, tanzt flott dazu. Die Beine wirft sie teilweise höher als so manches Gardemädchen. Beim Lüpfen des Kleides gibt Gloria den Blick frei auf ihren weißen Baumwollschlüpfer, die Damen brüllen und biegen sich vor Lachen. Sie sind erstaunlich textsicher beim Mitsingen von „Tipitipitipso beim Calypso“, „Spiel noch einmal für mich, Habanero“ oder dem großen Finale „Tschau Tschau Bambina“.

Gloria del Castro hat ihre Mädels voll im Griff. Die sitzen schon längst nicht mehr auf ihren Stühlen. Der ganze Saal fordert Zugaben, aber Gloria ist ja noch lange nicht fertig. Auf ihre Imitation folgt eine Stand-up-Comedy-Einlage vom Feinsten. „Die in Köln und Düsseldorf glauben ja immer, sie hätten den Karneval erfunden. Die sollten einmal nach Menden kommen“, schmeichelt Gloria del Castro ihrem Publikum.

Obligatorischer Stripper

Der obligatorische Stripper darf natürlich auch nicht fehlen. Der heißt dieses Jahr Glen, ist ziemlich drahtig und soll die Damen anheizen. In wechselnden Kostümen tanzt er immer mal wieder über die Bühne, geht manchmal auch auf Tuchfühlung. Selbstverständlich verringert sich die Stoffmenge mit jedem Auftritt, bis auch der letzte Rest fällt. Wem der Nummernboy nicht gefällt, bekommt beim Auftritt des Männerballetts aus Hüsten ‘was zum Gucken. Die Jungs sind mittlerweile fester Bestandteil der MKG-Damensitzung.

Böse aufgelegt sind in diesem Jahr die MKG-Turmgeister. Sie zeigen in ihrem Beitrag „100 Jahre Pflegenotstand“, wie Seniorenpflege demnächst aussehen könnte: Mehrere Patienten müssen sich einen Waschlappen und eine Zahnbürste teilen, die Pflegerin treibt sie mit der Trillerpfeife zur Eile an. Da bieten die Auftritte der beiden Solo-Mariechen Ciara Dziabkowski und Isabel Hörchner eine willkommene Zerstreuung.

Richtig fetzig zeigen sich die kleinen und großen Tänzerinnen des TSV Rhein Wupper aus Leichlingen. Der Auftritt der bei Meisterschaften sehr erfolgreichen Truppe ist eine grandiose Bereicherung des Abends. Auch hier weigert sich das Publikum, sie gehen zu lassen.

Die Bilanz zum Ortswechsel in die Dogan-Arena fällt durchweg positiv aus. „Wir haben hier mehr Platz, die Akustik ist besser und man kriegt alles vom Programm mit“, sind sich zwei schnuckelige Indianerinnen einig. Eine andere Besucherin ist total begeistert, dass sie Platz zum Tanzen hat. Auch wenn ein paar Stühle frei geblieben sind, sehen die Kornblumenblauen ein gutes Ergebnis.