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55 Jahre alten Lottoschein in Werbung entdeckt

21.09.2012 | 20:53 Uhr
55 Jahre alten Lottoschein in Werbung entdeckt
Regina und Franz-Josef Krick mit einer Kopie des 55 Jahre alten Lottoscheins, den sie in der Werbung der Werler Annahmestelle wiederentdeckt hatten. Unten sind auch ihre Namen noch zu erkennen.Foto: Michael Koch

Hüingsen/Werl.   Ein Lottoschein, den sie im Jahr 1957 abgegeben haben, hat Regina und Franz-Josef Krick aus Menden-Hüingsen jetzt quasi einen verspäteten Gewinn gebracht. Aus den 2,50 D-Mark, die sie damals zahlten, sind jetzt 500 Euro geworden. Der Weg dahin ist aber erstaunlich. Dazu gehört ein Super-Zahlen-Gedächtnis und ein Riesen-Zufall.

Im Jahr 1957 hatten Franz-Josef Krick und seine damalige Verlobte Regina Oehm den Lottoschein in der Mendener Lotto-Annahmestelle von Max Weber abgegeben. „Weil wir damals noch nicht verheiratet waren, habe ich noch darauf bestanden, dass der Name meiner Verlobten auch darauf steht“, schmunzelt Franz-Josef Krick. „Damit es bei einem möglichen Gewinn keine juristischen Schwierigkeiten gibt.“

Der Lottoschein aus dem Jahr 1957.Foto: Michael Koch

Der große Gewinn blieb zunächst aus, aber immerhin einen kleinen gab es. „Das müssen so 5 oder 6 Mark gewesen sein“, erinnert sich Regina Krick. Wie damals noch üblich, musste man den Durchschlag in der Lotto-Annahmestelle abgeben, um das Geld zu bekommen.

Nie hätte sich das Ehepaar träumen lassen, dass es den Schein 55 Jahre später noch einmal wiedersehen würde. Doch das kam so: Immer mittwochs fahren die Kricks zum Frühstück ins Restaurant des Werler Möbelhauses Turflon. Dort gibt es auch einen Presse-Laden mit Lotto-Annahmestelle. Franz-Josef Krick wollte sich hier Ende Juni eine Zeitschrift kaufen – wie schon öfters zuvor. Er geriet dabei ins Plaudern mit der Verkäuferin, seine Frau wartete derweil. Und da fiel ihr Blick auf eine Lotto-Werbung, die zwar schon seit Jahren dort hing, ihr aber zuvor noch nie aufgefallen war. „Franz, komm mal, das sind doch unsere Zahlen“, rief Regina Krick.

Und tatsächlich: Auf dem alten Lottoschein, der dort groß auf einen Werbeständer kopiert worden war, standen die Zahlen, die sie damals 1957 getippt hatten. Die Geburtsdaten von Eltern, Großeltern und anderen Verwandten fanden sich hier wieder. Warum sie sie gleich wieder erkannt hat? Regina Krick lacht: „Einfach so.“ Und schon kann sie die Zahlen erneut aus dem Gedächtnis aufzählen.

Macht West-Lotto ungefragt Werbung mit Namen?

Was sie und ihren Mann aber an jenem Juni-Tag die 100-prozentige Sicherheit gibt, dass dort ihr alter Lottoschein in der Werbung abgebildet wird: Auch ihre Namen sind noch zu lesen. Und das macht das Paar nun doch stutzig und ärgerlich. Macht West-Lotto hier einfach ohne Rückfrage Werbung mit ihrem Namen? Sie schreiben an das Unternehmen in Münster – und nach einigen Schriftwechseln gibt es eine Einigung: West-Lotto zahlt den Kricks 500 Euro. Die geben damit alle weiteren eventuellen Forderungen ab – sind aber auch zufrieden: „Wir hätten doch nicht prozessieren wollen. Und 500 Euro ist viel Geld für ein Rentner-Ehepaar“

Aber wie kam der alte Lottoschein nun auf die Werbung. West-Lotto-Sprecher Bodo Kemper: „Definitiv handelt es sich nicht um eine Werbeaktion von West-Lotto. Wir würden auch nie mit Namen unserer Kunden werben.“ Vielmehr hätten die Recherchen ergeben, dass der vorherige Betreiber der Werler Lotto-Annahmestelle die Werbung selbst gebastelt habe – und seine Nachfolgerin habe sie übernommen „Da hatte keiner einen bösen Willen“, so Kemper. Gezahlt habe West-Lotto nun aus Kulanz, weil man sich hinter die Annahmestellen-Betreiber stelle. Was aber wohl für ewig unklar bleibt: Wo war der Lottoschein seit 1957? Und wie ist er nach Werl gekommen?

Michael Koch

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