46 Verhandlungstage für WEKA-Verfahren angesetzt

Großbrand bei WEKA-Destillation GmbH in Iserlohn/Sümmern im Jahr 2009:
Großbrand bei WEKA-Destillation GmbH in Iserlohn/Sümmern im Jahr 2009:
Foto: IKZ

Menden/Hagen..  Fast sechs Jahre nach dem Großbrand in der WEKA-Destillation in Sümmern-Rombrock soll die strafrechtliche Aufarbeitung der Katastrophe erfolgen. Die 6. Große Strafkammer des Landgerichts Hagen, so heißt es in einer Mitteilung der Justizpressestelle am Landgericht, beginnt am 13. April mit der Hauptverhandlung gegen die ehemalige Geschäftsführerin, den ehemaligen Prokuristen und den ehemaligen Betriebsleiter der Firma wegen fahrlässiger Tötung und schwerer Umweltdelikte.

Explosion in den Morgenstunden

Die Explosion, die in den Morgenstunden des 22. Juli 2009 einen Großbrand im Gewerbegebiet Rombrock auslöste und einen aus Menden stammenden Angestellten der Firma WEKA das Leben kostete, ist auch in Menden noch in schlechter Erinnerung, zumal nach dem Brandgeschehen in einer bislang nicht der Firma zugerechneten Lagerhalle an anderer Stelle große Mengen toxischer und explosiver Chemikalien entdeckt worden waren, die nach Auffassung der Umweltbehörden eine Gefahr für Mensch und Umwelt darstellten. Neben der Vielzahl von Problemen ökologischer, verwaltungsrechtlicher und wirtschaftlicher Art, die sich für die Geschädigten, die Behörden und auch die hinter der Firma WEKA stehende Familie aus dem Geschehen ergab, ist die Frage der strafrechtlichen Verantwortlichkeit noch unbeantwortet. Im Fokus steht insbesondere die Frage, ob schuldhaftes Verhalten einzelner Personen zu dem Tod des Angestellten der Firma geführt hat. Die Staatsanwaltschaft, so heißt es in der Mitteilung, gehe davon aus, dass mangelnde Sorgfalt bei der Wartung der Anlagen des Unternehmens, das explosive und brennbare Chemikalien verarbeitete, ursächlich für den Todesfall gewesen sein könnte.

Tatverdacht konkret genug

Nachdem die Staatsanwaltschaft Hagen am 26. September 2013 die letzte von drei Anklagen gegen die drei genannten Personen erhoben hatte, wurden Sachverständigengutachten und Akten zum Ermittlungsverfahren durch die zuständige Strafkammer des Landgerichts im Zwischenverfahren daraufhin überprüft, ob der gegen die Angeklagten bestehende Tatverdacht konkret genug ist für ein Strafverfahren. Nach Abschluss dieser Prüfung und nach Verzögerungen bei der Terminierung, die ihre Ursache im Wesentlichen in der Abarbeitung anderer Strafverfahren hatten, kann nun ab 13. April die Hauptverhandlung in Sachen WEKA beginnen. Geplant sind 46 Hauptverhandlungstermine.