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Zu schnell oft durch Gedankenlosigkeit

10.02.2012 | 19:45 Uhr
Zu schnell oft durch Gedankenlosigkeit

Lünen.Eigentlich waren die Vorwarnungen kaum zu ignorieren. Überall im Land sollte ab Freitagmorgen 24 Stunden lang das Tempo auf den Straßen kontrolliert werden. Trotzdem gingen der Polizei immer noch so manche Temposünder ins Netz – auch in Lünen.

An der Dortmunder Straße stand die Polizei am frühen Freitagmorgen gleich zweimal. Einmal nahe der B236 n, einmal kurz hinter dem Ortseingang – also ist Tempo 50 Pflicht. In eisiger Kälte messen die Polizisten mit dem Laser nach. Die meisten halten sich daran. Der eine oder andere zeigt im Vorbeifahren mit Handbewegungen, was er von den Tempokontrollen hält. Solange dabei gewisse Grenzen nicht überschritten werden und die Geschwindigkeit stimmt, lassen sich die Polizisten davon aber wenig beeindrucken. Wenn sich möglichst alle ans Tempo halten, dann sei die Aktion eigentlich ein Erfolg, so Manfred Blunk, Leiter des Verkehrsdienstes der Polizei Dortmund.

Kurz vor 9 Uhr gerät der Polizei dann doch ein Fahrer ins Laser-Visier. Ein älterer Herr mit seiner Gattin wird mit 64 Stundenkilometern gemessen. Auf dem Weg zum Arzttermin.

Untypischer Fall

Ein eher untypischer Fall, so Manfred Blunk. Dann fällt plötzlich ein Auto nach dem anderen wegen zu hohen Tempos auf – der Verkehr ist dünner geworden, viele Berufspendler sind schon bei der Arbeit.

Eine junge Frau mit ihrem Kind war 11 Stundenkilometer zu schnell. 20 Euro kostet sie das Ganze. „Ich habe noch vor zwei Minuten im Radio wieder von der Aktion gehört“, sagt sie. Aber dann sei sie mit den Gedanken woanders gewesen. Sie nimmt’s locker, ärgert sich ein kleines bisschen über die 20 Euro Strafe, nicht aber über die Polizei. „Die machen nur ihren Job.“ Gerade die Gedankenlosigkeit sei einer der häufigsten Gründe für zu hohes Tempo – mit allen Konsequenzen. „Die Autofahrer sehen nur das Tempolimit an sich und glauben, sie haben trotzdem alles im Griff. Wir haben da immer auch die möglichen Folgen vor Augen.“ Es gehe den Polizisten mir diesen Kontrollen keineswegs darum, Kasse zu machen. Das Ziel sei es, Unfälle zu vermeiden.

Im Laufe des Tages hat die Polizei in Lünen auch an anderen Stellen gemessen. Überall dort, wo es sinnvoll sei und sich Temposünder auch ohne Gefahr für andere aussortieren ließen. Bilanz wird nach Abschluss der Aktion am Samstagmorgen gezogen.

Oliver Schlappat

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