Wir-Gefühl stärken, Rechte feiern
15.02.2012 | 19:13 Uhr 2012-02-15T19:13:00+0100
Lünen. Am 8. März ist Weltfrauentag – in Lünen werden Frauen aus aller Welt essen, tanzen und singen
„Man kann nicht von heute auf morgen die Welt verändern“, sagt Dr. Aysun Aydemir, Integrationsbeauftragte der Stadt Lünen. „Aber man kann erkämpfte Rechte feiern.“ Deshalb ist am 8. März Weltfrauentag, „ein Tag an dem daran erinnert wird, dass die Rechte für Frauen nicht in Stein gemeißelt sind und wieder weggenommen werden können“, erklärte die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Gabriele Schiek. „Auch wenn man es immer denkt: Gleichberechtigung ist noch nicht Normalität.“ In Lünen sehe man das schon in der Stadtverwaltung: „Auf der Dezernatsebene arbeitet keine Frau, auch in den Verwaltungsebenen darunter sind wenig Frauen in Führungspositionen – sieht man von der Abteilung für Kinderbetreuung ab.“
Frauenbewegung nicht erst seit den 60ern
Den Weltfrauentag gibt es nicht erst seit der 68er-Bewegung: Laut der Bildungszentrale für politische Bildung forderte die Sozialistin Clara Zetkin 1910 die Gleichberechtigung, keine Sonderrechte, Menschenrechte. Während der NS-Diktatur wurde der Frauentag verboten, stattdessen der Muttertag und die biologische Verpflichtung der Frau verbreitet. Die 68er erinnerten wieder an den Tag. „Seit über 100 Jahren, das ist ein Grund zu feiern“, sagt Schiek. Am 8. März „werden dann große Tische aufgestellt“, sagt Aydemir, „eine große Tafel für alle Frauen“. Im Foyer des Rathauses zum interkulturellen Frauen-Frühstück, von 10 bis 12 Uhr. Für die „Generation neue Männer braucht das Land“ gibt es am 18. März eine Matinee im Gemeindesaal, St. Georg-Kirchplatz 2. Mona Lichtenhof aus Bergkamen singt dann Lieder über starke Frauen. Eine Idee hatten Lüner Frauen auch selbst: „Bayanlar Matinesi“, ein internationales Frauentanzfest am 11. März. Dann treffen sich Frauen zum gemeinsamen Tanzen bei Livemusik, jeder bringt etwas zu essen mit – ein kleines Picknick, Bauchtanz und gemeinsames Singen. „Das Wir-Gefühl stärken“, sagt Dr. Aydemir. Die Welt verändern wollen sie damit auch ein bisschen, aber eben „ step by step“.
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