Wenn „Kahlschlag“ nur Pflege ist
23.02.2012 | 11:37 Uhr 2012-02-23T11:37:00+0100
Lünen. Alle Jahre wieder sind die Grün liebenden Bürgerinnen und Bürger entsetzt, wenn die Baumpflegekolonne der Wirtschaftsbetriebe Lünen im Auftrag der Abteilung Stadtgrün loszieht und einen vermeintlichen Kahlschlag hinterlässt. „Auf den Stock setzen“ nennen die Gärtner den Erhaltungsschnitt von Gehölzen. Dann laufen die Telefone heiß und die Gärtner sind die Bösen, die städtische Grünanlagen nach Meinung der verschreckten Bürger verschandelt haben.
„Wir sind das gewohnt“, sagt Abteilungsleiter Dieter Memmeler. „Aber die Gehölze vergreisen von innen und brauchen diesen vitalisierenden Schnitt. Nach eineinhalb bis zwei Vegetationsperioden haben sie sich erholt.“ Als Beispiel nennt Memmeler die meterhohen Rhododendren auf dem Friedhof in Brambauer, die radikal zurückgeschnitten werden mussten und bald wieder traumhaft blühen werden.
Zu den gegenwärtigen Schwerpunkten zähle auch der Rückschnitt des Grüns an der Mauer der Konrad-Adenauer-Straße, wo zwischen Mauer und Gehweg eine Menge Schmutz stecke. Ferner die alte Sparkasse, wo gestern geschnitten wurde, sowie im Wallgang. Weitere Schwerpunkte sind unter anderem der Wallgang, der Spormeckerplatz, Flächen an der ehemaligen Grillhütte, am Alten Postweg und am Seepark.
Dichte Sträucher nahe an Wegen seien oft auch Angsträume für Passanten, berichtet Memmeler. „Wir verlängern mit den Schnitten die Lebensdauer der Gehölze.“ Die Bürgerinnen und Bürger sollten nicht panisch werden. Am 28. Februar sei Schluss mit den Arbeiten, obwohl das Gesetz inzwischen weitere Arbeiten zulasse. Aber am 1. März beginne die Vogelbrutzeit.
Auch der Landesbetrieb Straßen NRW, zuständig für überörtliche Straßen, erlebt ähnliche Reaktionen der Bürger, wie gestern im Hauptteil unserer Zeitung berichtet wurde. Lüner Bürger vermuteten, die Dortmunder Straße würde schon Jahre früher als geplant auf vier Spuren verbreitert, als sie die Gärtnerkolonne bei ihrer Arbeit sahen. Aber nichts dergleichen. Auch das waren „nur“ Erhaltungsschnitte, die der Verkehrssicherheit und der Regeneration des Grüns dienen.
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