Vollsortimenter und senioren-gerechtes Wohnen
20.02.2010 | 12:00 Uhr 2010-02-20T12:00:00+0100Horstmar. Die Zukunft des Behaton-Geländes ist nach wie vor offen, aber RWE befindet sich in Gesprächen mit der Stadt, in denen es neben einem großen Rewe-Markt inzwischen auch um ein seniorengerechtes Wohnen auf der Fläche zum Seepark hin geht.
Das bestätigten sowohl Jürgen Evert als zuständiger Beigeordneter bei der Stadt Lünen wie auch RWE selbst. Die Fläche ist im Besitz der Gesellschaft für Vermögensverwaltung, einer RWE-Tochtergesellschaft.
Es soll einen potenziellen Investor geben, der bereits einen Architekten beauftragt habe, Entwürfe anzufertigen. Details zu dem senioren-gerechten Wohnen wurden nicht genannt. Dafür sei es noch zu früh. In früheren Plänen war immer von einer Eigenheim-Siedlung die Sprache. Das scheint vom Tisch.
RWE betont, nach wie vor großes Interesse an der „Revitalisierung” des Geländes zu haben. Die Stadt ihrerseits knüpft Bedingungen an die Vermarktung. Eine lautet: Keinen Discounter auf der Fläche, so wie in früheren Plänen angedacht. Das würde Lidl an der Niederadener Straße gefährden. Beigeordneter Evert betonte die Bedeutung des Supermarktes dort, insbesondere für die Fußläufigen aus der Blumensiedlung, eine der größten in Lünen. Erlaube die Stadt den Discounter neben dem neuen Rewe-Markt, sei der Standort an der Niederadener Straße gefährdet. Ein Manko auch für alle Niederadener, die nicht mobil sind.
Unterdessen will die SPD Horstmar Druck machen, dass es bei der Überplanung der Behaton-Fläche endlich voran geht, nachdem jahrelang nichts passierte. Die Bebauung gehöre auf der Prioritätenliste der Stadt ganz weit nach oben, erklärte Ortsvereinsvorsitzender Martin Püschel.
Was unter anderem dafür spreche: Mit dem neuen Rewe würde ein großer Parkplatz entstehen. Der könnte nach Ladenschluss von den Seepark-Besuchern mitgenutzt werden. Das nehme im Sommer Parkdruck im geplagten Wohnquartier drumherum.
Genauso wichtig für Püschel sind die Sorgen von Rewe-Händler Christian Ernst. Der brauche den größeren Laden mit ausreichend Parkraum, um im Wettbewerb bestehen zu bleiben. Der Stadtteil wiederum brauche einen gut funktionierenden Vollsortimenter. Andernfalls würde das Einkaufszentrum an der Preußenstraße an Zugkraft verlieren. „Das kann keiner wollen”, meinte Püschel, der darauf verwies, dass der Stadtteil Horstmar eines der beliebtesten Wohngebiete innerhalb Lünens sei.
Rewe-Händler Christian Ernst berichtete, eher heute als morgen auf die andere Straßenseite des Baukelweges in ein größeres Ladenlokal ziehen zu wollen. Die Umsätze seien nach wie vor o.k., der alte Standort aber langfristig nicht zukunftsfähig. 1 500 Quadratmeter Verkaufsfläche müssten es heute sein und rund 100 Parkplätze. Auch für die Stadt sei es besser, einen modernen Einkaufsstandort zu haben. Das locke mehr auswärtige Käufer nach Lünen, im Falle Horstmars wohl die aus Lanstrop. Der Dortmunder Stadtteil gilt als unterversorgt.
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