Viel zu viel Nitrat in der Lippe
22.02.2012 | 18:39 Uhr 2012-02-22T18:39:00+0100
Bergkamen. Nicht nur der Bergbau, sondern auch die Landwirtschaft trägt zu den starken Belastungen der Lippe bei
Nicht nur der Bergbau, sondern auch die Landwirtschaft trägt zu den starken Belastungen der Lippe bei. Deshalb fordert der „Verein zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse e.V.“ (VSR-Gewässerschutz), bei den Genehmigung von Massentierhaltungen und Biogasanlagen im Lippeeinzugsgebiet genau darauf zu achten, was mit der Gülle und der Gärresten geschieht.
Die werden in der Landwirtschaft als Dünger genutzt. Eine gefährliche Begleiterscheinung ist, dass die in Gülle und Gärresten enthaltenen Nitrate in Grundwasser und von dort auch in dieser Region in die Lippe gelangen.
Schon im Quellteich der Lippe stellten die Umweltschützer mit 19,9 Milligramm pro Liter (mg/l) einen erhöhten Nitratwert feststellen. Im Raum Bergkamen/Werne lag er bereits bei rund 27 mg/l. Somit lagen die Belastungen zwar etwas geringer als bei den Untersuchungen vom März 2004, bei denen Spitzenwerte von 32 mg/l Nitrat im Raum Hamm gemessen worden sind. „Vergleicht man die aktuellen Messergebnisse aber mit denen von 2009, so zeigt sich ein anderes Bild. Im September vor zwei Jahren lag die Nitratkonzentration im Raum Hamm „nur“ bei 18,4 mg/l“, so der VSR-Gewässerschutz.
Negative Auswirkungen eines zu hohen Nitratgehalts seinen nicht nur vor Ort, sondern auch im Rhein und in der Nordsee festzustellen. Bis 2020 solle aber nach der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie das Küstengewässer sich in einem „guten Zustand“ befinden. „Diese bedeutende Zustandsverbesserung der Küstengewässer kann aber nur durch Maßnahmen zur Nährstoffreduzierung in den Flusseinzugsgebieten erreicht werden. Nach den aktuellen Messungen des Vereins muss die Nitratbelastung in der Lippe mindestens um die Hälfte reduziert werden“, stellte der VSR-Gewässerschutz am Mittwoch fest.
Nach den Vorgaben der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) dürfte das Lippewasser für einen guten Zustand höchstens 11 mg/l Nitrat aufweisen. „Für den Zustand der Nordsee ist dieser Grenzwert wie Untersuchungen der vergangenen Jahre am Rhein zeigen immer noch zu hoch.“, betont der Verein.
„Solange große Bereich des Grundwassers über 25 mg/l Nitrat enthalten, wird die Lippe als Nebenfluss des Rheins weiterhin eine zu hohe Nitratfracht für die Nordsee beisteuern. Meeresschutz fängt im Binnenland an und nicht erst an der Küste,“ so die 1. Vorsitzende des VSR-Gewässerschutz Susanne Bareiß-Gülzow.
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