Viel Aufmerksamkeit für Christoph 8 und Co.
21.06.2009 | 19:09 Uhr 2009-06-21T19:09:00+0200
Es ging zu wie im Wespennest, gingen die Einen, kamen bereits wieder Andere. Auch in diesem Jahr entpuppte sich der Tag der offenen Tür beim Rettungshubschrauber Christoph 8 als das Ausflugsziel in Lünen schlechthin.
Über 1 000 Besucher, vor allem Familien, ließen sich das Spektakel am Samstag nicht entgehen, an dem sich alle bekannten Rettungsorganisationen beteiligten. Wie die Feuerwehr, das Deutsche Rote Kreuz, die Polizei, das Technische Hilfswerk. Auch Mitarbeiter des Kreises Unna waren mit einem Infostand präsent.
„Wie schnell, wie hoch, wie weit?” fasst Mario Ziegler die am häufigsten gestellten Fragen der Besucher zusammen. Geduldig steht der Pilot neben dem Hubschrauber, der permanent von Neugierigen belagert wird, die einmal einen Blick ins Innere erhaschen wollen. „Im Schnitt bewegen wir uns mit etwa 250 Kilometern pro Stunde, fliegen in einer Höhe von 150 bis 600 Metern, im Umkreis von 50 bis 70 Kilometern”, beantwortet er dann die Fragen.
Neben ihm steht der 15-jährige Timo und hört ihm äußerst interessiert zu. „Ich möchte auch mal Pilot werden”, sagt er. Mit dem Hubschrauber habe er sich jedenfalls schon mal ausführlich beschäftigt und in der Schule ein Referat darüber geschrieben. Wie man Pilot werde, will er wissen. 95 Prozent machen ihre Ausbildung über die Bundeswehr oder die Bundespolizei, erfährt er dann von Ziegler. Kein Wunder, schlägt der Flugschein mit etwa 80 000 Euro zu Buche. „Und der ADAC hat hohe Einstellungserwartungen”, ergänzt er. Auch wer Pilot sei, müsse sich jährlich, ab 40 Jahren sogar zwei Mal im Jahr, einer gesundheitlichen Prüfung unterziehen.
Hubschrauberpilot zu sein ist nicht weniger schwierig als Flugzeugpilot. Im Gegenteil: „Ein Hubschrauber verhält sich ganz anders als ein Flugzeug”, so Ziegler. Ein Flugzeug habe in der Luft durchaus mal eine stabile Lage, wo der Pilot mal das Steuer loslassen könne. Beim Hubschrauber ginge das nicht. „Der kippt sonst weg”, sagt er.
Neben Christoph 8, der für die Notfallrettung, auch Primärrettung genannt, eingesetzt wird und 2 835 Kilogramm Gewicht auf die Waage bringt, stand nur wenige Meter weiter der rund 75 Kilo schwerere Christoph Westfalen aus Münster. „Er kann auch bei Intensivpatienten eingesetzt werden”, erklärt Ziegler. Beispielsweise für extrem Übergewichtige. Timo freute sich: War das Cockpit beim Christoph 8 tabu für die Gäste – weil er für den Einsatz bereitstand – durfte der Junge beim Christoph Westfalen für wenige Minuten hinters Steuer.
Für eine dichte Menschenansammlung sorgten die Vorführungen des Technischen Hilfswerks, das eine Höhenrettung zeigte, sowie der Feuerwehr, die das Freischneiden eines Eingeklemmten im Auto nach einem Unfall und dessen ärztliche Versorgung darstellte. Auch der Bundespolizei-Hubschrauber aus Hangelar war für ein paar Stunden vor Ort. Bereits morgens hatte parallel das 7. Rettungsmedizinische Symposium unter der Leitung von Professor Doktor Wolfram Wilhelm stattgefunden.
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