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Ausstellung

Vernarrt in Pults Federskizzen

02.02.2011 | 14:28 Uhr

Brambauer. Für viele war Manfred Pult ein Unbekannter. Erst jetzt lernen die Lüner den Grafiker und seine Werke richtig kennen. Ein Teil seiner Federskizzen ist seit wenigen Tagen in einer Ausstellung im Stadtmuseum zu sehen.

Herr Escher aus Brambauer gibt Einblicke in sein umfangreiches Archiv aus Postkarten und Tuschezeichnungen

Dass der 1986 verstorbene Lüner nicht nur handwerklich begabt, sondern ein ganz besonderer Künstler war, stellte Friedhelm Eschner aus Brambauer schon zu dessen Lebzeiten fest. Und sicherte sich alle Bilder, die er je zu Papier gebracht hatte. „Endlich gibt es eine Ausstellung von ihm“, freut sich Eschner. Als besondere Würdigung Pults Leistung.

Es muss so Anfang der 80er-Jahre gewesen sein, erinnert sich Friedhelm Eschner. Damals entdeckte er in einem Schreibwarenladen an der Bäckerstraße eine Schwarz-Weiß-Zeichnung, die ihn regelrecht fesselte. Es zeigte eine Momentaufnahme Lünens. Realistisch und doch verspielt. Zu den Motiven des Grafikers zählen zum Beispiel die alte Mühle Engelke, eine Panoramaaufnahme „Zwischen Viktoriastraße und der alten Seseke“, das alte Kötterhaus, das Heinz-Hilpert-Theater mit Parkterrassen, die Kirche in Lünen Süd und die Martin-Luther-Kirche. Eigentlich liegt Eschners Hauptaugenmerk ja auf Brambauer, doch der Foto-Liebhaber hat sich in die Pult-Bilder verguckt. „Und so kaufte ich mir maximal ein Bild pro Monat, denn 19,80 DM war schon damals ein stolzer Preis.“ Die großen Zeichnungen wurden in einer Kladde verkauft. Die hat Friedhelm Eschner ebenfalls behalten. Mehr noch. „Ich stöberte auf Flohmärkten nach den Zeichnungen, bei Wohnungsauflösungen wurde ich fündig“, und schon bald hatte der Brambaueraner viele Bilder doppelt.

„Ich wollte sehen, wie diese tollen Ansichten Lünens in Farbe aussehen“, sagt er und hat kurzerhand die Pult-Bilder übermalt, vielmehr bunt verziert. Gerne hätte er Pult zu Lebzeiten getroffen. Und heute wäre er einfach nur erstaunt, was sich in Lünen alles verändert hat.

Carmen Thomaschewski

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