Umweltgifte setzen Bienen zu
22.04.2010 | 20:00 Uhr 2010-04-22T20:00:00+0200Altlünen. „Der kalte Winter hat kaum eine Biene getötet”. Paul-Dieter Reher, Nordlüner Imker aus Leidenschaft, räumt mit einer Handbewegung die Sorgen beiseite, dass ein strenger Winter den Bienenvölkern den Garaus gemacht haben könnte.
Reher betont, dass auch die gefährliche Varroamilbe seinen Bienen nichts habe anhaben könne. „Ich habe die Milbe rechtzeitig nach der Honigsaison bekämpft, so dass meine Bienenvölker nicht infiziert werden konnten. Mit Ameisensäure und Oxalsäure wurden die Bienen vor der für sie lebensgefährlichen Milbe geschützt. Reher, der seit über 20 Jahren Vorsitzender des Imkervereins Lünen (mit 24 Mitgliedern) ist, ist überzeugt, dass auch seine Imkerkollegen in der Stadt genau so umsichtig gehandelt haben, wie er selbst. Imker, deren Bestände durch die Varroamilbe dezimiert oder ganz vernichtet würden, hätten nicht rechtzeitig mit der Begasung der Völker mit den Bekämpfungsmitteln gehandelt.
Was laut Reher (65) die Bienen tötet, sind seiner Erfahrung nach Umweltgifte. Seine 15 Bienenvölker hält er überwiegend im eigenen Garten an der Ulmenstraße in Nordlünen. Dort gibt's jede Menge blühende (Obst-)bäume, Blumen und Kräuter. Natürlich hat auch Reher einen geringen Prozentsatz seiner Bienen verloren; rund zehn Prozent, doch das sei ein völlig normaler Verlust, den jeder Imker hinnehme. Ein Imkerkollege in Dortmund-Brechten habe im vergangenen Jahr alle Bienen verloren, doch das habe am Standort gelegen, an dem er seine Bienenvölker aufgestellt habe.
Paul-Dieter Reher, der die Imkerei gemeinsam mit Sohn Thomas betreibt, beobachtet seine Bienen täglich genau. „Im Augenblick ist es noch zu kalt, die Bienen bewegen sich kaum. Erst ab einer Durchschnittstemperatur von über neun Grad Celsius fliegen die Bienen los”. Und erst bei einer Temperatur von 15 Grad würden die meisten Pflanzen Nektar liefern, so der Imker, der seit 30 Jahren Bienenvölker besitzt und Honig schleudert. Wenn die Bienen munterer werden, stellt er seine Völker auch in der alten Schlossgärtnerei auf Cappenberg auf. Von dort saugen seine Bienen den Nektar hauptsächlich aus Obstblüten und Wegekräutern, „alles, was bis Anfang Juni blüht”, so Reher. Das Ergebnis ist der frühe Honig. Später kommt dann Honig aus Linden- oder Brombeerenblüten hinzu. Zwischendurch legen die emsigen Nektarsammler von Anfang Juni bis zum 25. Juni eine Sammelpause ein. Reher vermarktet seinen Honig selbst; und alle anderen Bienenprodukte.
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