Trianel setzt in Krefeld auf Gas – Demonstranten mit „Kohlosaurus“
07.07.2011 | 19:00 Uhr 2011-07-07T19:00:00+0200
Lünen/Krefeld.Eine Entscheidung gegen ein neues Trianel-Kohlekraftwerk in Krefeld und stattdessen für ein Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) fiel am Donnerstag in Lünen: Im Rahmen einer Gesellschafterversammlung wurden die Weichen für die Projektierung eines GuD-Kraftwerks gestellt. Vor der Tür wurde tagsüber noch gegen das Kohlekraftwerksvorhaben protestiert.
Zur Gesellschafterversammlung in Lünen trafen sich die Vertreter der an Trianel beteiligten Unternehmen, überwiegend Stadtwerke aus ganz Deutschland und zum Teil dem europäischen Ausland. Sie verabredeten, dass nach der Sommerpause in einem Scoping-Termin die Planungen mit den Trägern öffentlicher Belange abgestimmt werden. Der immissionsschutzrechtliche Antrag für das Kohlekraftwerk Krefeld werde aus formalen Gründen aber aufrecht erhalten, bis er durch den für ein Gaskraftwerk abgelöst wird, wie Martin Hector, Geschäftsführer der zuständigen Trianel-Projektgesellschaft, ankündigte. Die Anlage in Krefeld-Uerdingen soll bis zu 1200 Megawatt Leistung haben – deutlich mehr als das Lüner Kraftwerk.
Eine Machbarkeitsstudie habe belegt, dass sich ein Gaskraftwerk auch trotz des Atomausstiegs betreiben lasse, hatte Trianel-Sprecher Elmar Thyen im Vorfeld der Versammlung erläutert – und zwar im Rahmen eines Gesprächs mit Demonstranten der Organisation Campact, die sich als Klima-Allianz bezeichnet, zusammen mit Bürgerinitiativen. Mitgebracht hatten sie den so genannten „Kohlosaurus“, eine Maschine in Form eines Dinosauriers, die schwarze Luftballons als Symbol für CO2 spuckt, wenn man sie mit genug Geld füttert. Das Signal, dass eine Entscheidung gegen Kohle und für Gas fallen könnte, überraschte die Demonstranten positiv – ihren Protest gegen das ursprüngliche Vorhaben in Krefeld verwandelten sie dann in ein Statement gegen das Lüner Kraftwerk – auch damit sind sie nicht einverstanden.
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