Trianel-Kraftwerk kann Strom und Kühlwasser nicht ableiten
28.09.2008 | 17:06 Uhr 2008-09-28T17:06:28+0200Lünen. Die eigentlich dort vorgesehene "Vorrangfläche für Windenergieanlagen" im Lüner Stummhafen soll nun auch planerisch dem im Bau befindlichen Trianel-Kohlekraftwerk weichen.
Dazu notwendig ist eine erneute Änderung des Flächennutzungsplanes, die die Stadt Lünen auch will. Deshalb liegen die Unterlagen für die FNP-Änderung - letztmalig am heutigen Montag - öffentlich aus, haben Lüner die Möglichkeit, Stellung zu nehmen. Einer derjenigen, die das auch getan haben, ist Thomas Matthee?. Nicht als Sprecher der Bürgerinitiative gegen das Kraftwerk, sondern "als Bürger und Privatmann" hat er sich eingelassen - und er stimmt zunächst wesentlichen Teilen der Begründung für die Planänderung als "völlig korrekt" zu.
Matthee? hat allerdings eine Vision: "Es könnte als das nicht unwahrscheinliche Paradoxon eintreten, dass Trianel bis 2012 in Lünen zwar ein Kohlekraftwerk stehen hat, es aber nicht in Betrieb nehmen kann, weil der Strom nicht eingespeist und die Abwässer nicht eingeleitet werden können." Genährt wird diese Vorstellung dadurch, dass die Klage des BUND gegen das Kraftwerk sich wesentlich auf die "Einleitung der aufgeheizten und aufgesalzten Kühlturmabwässer in die Lippe" bezieht - und darauf: "E.ON hat für den Standort Datteln den Antrag auf Erteilung einer wasserrechtlichen Erlaubnis auf Einleitung der Kühlturmabwässer in die Lippe jedenfalls von wenigen Tagen zurückgezogen. Ob das ein erster Teilerfolg der gegen den entsprechenden Vorbescheid erhobenen Klage ist, möglich Sie selbst beurteilen", schreibt Matthee? dem für das FNP-Änderungsverfahren im Technischen Rathaus zuständigen Hans-Bernd Host. Ein weiterer Punkt befördert nach eigenen Angaben die Matthee?-Vision: Bürgerproteste hätten immerhin den Bau einer 380-kv-Freileitung durch das Mühlenbachtal verhindert. Nun sei, so Matthee?, eine Alternativtrasse über Waltroper Gebiet vorgesehen. Dagegen gebe es aber in Waltrop heftigen Widerstand. Zudem seien die Hinweise auf die wirtschaftlichen Impulse des Kraftwerkes "einseitig" und sollten gestrichen werden - Matthee?: "Weil sie lediglich ein politisch definiertes Wunschdenken enthalten und jegliches wirtschaftliches Risiko für den Trianel-Konzern, die Stadtwerke, die Stadt Lünen und die Bürgerinnen und Bürger völlig ausblendet."
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