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Trianel-Beteiligung führt in Flensburg zu Pleite

04.01.2013 | 06:00 Uhr
Trianel-Beteiligung führt in Flensburg zu Pleite

Lünen.   Schlechte Nachrichten für die Trianel Kohlekraftwerk Lünen GmbH und ihre Gesellschafter, darunter die Stadtwerke Lünen: Eine Tochterfirma der Stadtwerke Flensburg, die Flensburger Förde Energiegesellschaft (FFE), hat Insolvenz angemeldet.

Schlechte Nachrichten für die Trianel Kohlekraftwerk Lünen GmbH und ihre Gesellschafter, darunter die Stadtwerke Lünen: Eine Tochterfirma der Stadtwerke Flensburg, die Flensburger Förde Energiegesellschaft (FFE), hat Insolvenz angemeldet. Als Auslöser gibt sie die Beteiligung am Lüner Kohlekraftwerk an, generell fehle der FFE die Zukunftsperspektive.

Das Problem schilderte am Donnerstag der Sprecher der Stadtwerke Flensburg auf Nachfrage unserer Redaktion so: Zum einen gebe es durch die Beteiligung am Kraftwerk bereits laufende Kosten, aber wegen des verspäteten Starts noch keine Einnahmen.

Schon lange im Gespräch

Darüber hinaus würden die mit Trianel abgeschlossenen Stromlieferverträge bedeuten, dass die abzunehmende Energie deutlich mehr kosten werde als derzeit an der Strombörse. Dies habe dazu beigetragen, dass für die FFE keine Zukunftsperspektive gesehen werde, hatten die Flensburger Stadtwerke kurz vor Einleitung des Insolvenzverfahrens noch vor Weihnachten erklärt. Die aus den Verträgen mit Trianel resultierenden Verpflichtungen seien mit Einnahmen aus anderen Beteiligungen nicht mehr zu decken.

Die Stimmung in Flensburg in Bezug auf die Beteiligungsgesellschaft der Stadtwerke war schon eine ganze Weile angespannt. Bis 2010 war Matthias Wolfskeil sowohl Geschäftsführer der Stadtwerke als auch von deren Tochter FFE, die sich ausschließlich mit Beteiligungen befasste – Beteiligungen, die in Flensburg über die Jahre viel Kritik ausgelöst haben und Vorwürfe von Intransparenz und provozierten Millionenverlusten laut werden ließen.

Sicher ist, dass sich seit 2010 die Stadtwerke unter neuer Führung inzwischen von diversen Beteiligungen getrennt und Strukturen verändert haben, aber durch verbleibende, auch bei Töchtern wie der FFE, immer noch Verluste machen. In Flensburg war schon seit mehreren Monaten im Gespräch, dass wohl auch die Beteiligungen an Trianel-Projekten (neben dem Kohlekraftwerk Lünen zum Beispiel auch am Windpark Borkum) keine Zukunft haben würden. Kurz vor Weihnachten hätten die Stadtwerke zusätzliche Mittel in ihre eigene Tochterfirma stecken müssen, um sie solvent zu halten, haben sich dann aber dagegen entschieden und damit für die Einleitung des Insolvenzverfahrens.

Auswirkungen auf Lünen unklar

Ob und inwieweit sich dies nun auf die übrigen Beteiligten auswirken wird, ist noch nicht ganz klar. Mögliche Kosten, welche bisher von der FFE mitgetragen wurden, müssten nun theoretisch auf die Firma Trianel Kohlekraftwerk Lünen und ihre Gesellschafter umgelegt werden. Ob und wie das geschieht, lässt sich aber wohl erst klären, wenn das Insolvenzverfahren einige Schritte weiter ist.

Trianel selbst will sich zur Sache mit Verweis auf das laufende Verfahren derzeit nicht äußern. In Bezug auf die Lage in Flensburg tut das auch Lünens Stadtwerke-Geschäftsführer Achim Grunenberg nicht.

Er verweist ebenfalls darauf, es müsse zunächst einmal abgewartet werden, wann welche Informationen im Insolvenzverfahren fließen, bis abzuschätzen ist, ob und welche Auswirkungen dies auf das Kohlekraftwerk und die Gesellschafter hat. Generell sei die Lage auf dem Energiemarkt derzeit schwierig. Zum Teil wegen des Photovoltaik-Ausbaus in einem Maße, mit dem niemand gerechnet habe, zum Teil aber auch wegen einer sehr fragilen Markt- und Nachfragesituation. Die Stadtwerke Lünen würden ihr Engagement bei Trianel aber langfristig betrachten.

Dass es nun aus dem politischen Raum möglicherweise erneut Forderungen geben wird, die Stadtwerke sollten aus ihrem Engagement bei Trianel aussteigen, ist Grunenberg bewusst. Eine Option ist das seiner Einschätzung nach aber nicht. „Wir haben bestehende Verträge, an die wir uns halten müssen. alle anderen Gesellschafter aber auch.“

Oliver Schlappat

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2013-01-04 06:00
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