Trauerhalle benötigt neue Technik
10.09.2008 | 19:24 Uhr 2008-09-10T19:24:44+0200Lünen-Süd. (fsk) Die Zukunft der Trauerhalle auf dem Kommunalfriedhof Lünen-Süd steht zur Diskussion.
Die SPD-Ortsvereine Lünen-Süd und Oberbecker nahmen sich Dienstagabend dieses Themas an und hatten zum Ortstermin an der Sedanstraße eingeladen. Teilnehmer waren sowohl Vertreter der Zentralen Gebäudebewirtschaftung (ZGL) und der Abteilung Stadtgrün der Stadt teil als auch Vertreter der Kirchen und die betroffenen Bestatter.
SPD-Ratsherr Achim Schwarz erläuterte den Grund für das Gespräch: "Die Trauerhalle und die Nebenanlagen befinden sich in einem `schwierigen' Zustand. Die SPD Lünen-Süd und Oberbecker haben eine Arbeitsgruppe gegründet, um zu klären: Was ist notwendig? Verkleinern, sanieren, Abriss, Neubau? Und gibt es überhaupt einen Bedarf für eine Trauerhalle in der Größe?"
Letzte Frage konnte Superintendent Jürgen Lembke als Vertreter der evangelischen Kirche sofort beantworten: "Es gibt oft genug große Beerdigungen mit 100 bis 125 Personen, die Größe muss also unbedingt sein", ist seine Einschätzung. Die wurde auch vom Pfarrer der katholischen Gemeinde Heilige Familie, Bernhard Dlugosch, dem Alt-Pastor Rolf Lemm und den Bestattern Rolf Pianta und Thorsten Fischer geteilt.
165 Nutzungen der Halle im Jahr
Auch die Ausnutzung der Halle ist nach Information der Abteilung Stadtgrün mit 165 Nutzungen im Jahr gut. Außerdem brach der Superintendent eine Lanze für das architektonische Erscheinungs-bild der Trauerhalle: "Wir brechen zurzeit die ganzen Gebäude aus den 60er Jahren ab. Meiner Meinung nach hat die Kapelle mit ihren Lichtbändern eine gewisse Anmutung und bildet einen würdigen Rahmen für Trauerfeiern."
Dieter Kasprowiak (ZGL) und Dieter Memmeler (Stadt-grün) als Hausherren führten zunächst durch die Räume des 1962 gebauten Gebäudekomplexes. Kasprowiak machte klar, dass es zwar einen bergbaubedingten Schiefstand gebe, sich die Bauunterhaltungskosten aber in Grenzen hielten und zurzeit kein akutes Problem aus bautechnischer Sicht bestehe. Auch gebe es keine Überlegungen seitens der ZGL, ein Sanierungskonzept zu erstellen. Gleichwohl sei zu überlegen, ob eine Neugestaltung nicht rentabel sei. Dieter Memmeler, als Vertreter von Stadtgrün Mieter des Objektes, führte hier vor allem die Energiekosten an, die letztendlich auf die Friedhofsgebühren umgelegt werden müssten. Außerdem sieht er die Gesamtanlage nicht auf dem Stand der Zeit: Es gebe zu viele Zellen für die Aufbahrung, dafür zu wenig mit Kühlung, der Sezierraum sei überflüssig und seit Jahrzehnten ungenutzt. Auch sei in anderen Städten seit langem ein Chipkarten-System eingeführt, das es den Angehörigen ermögliche, auch außerhalb der normalen Büroöffnungszeiten von den Verstorbenen Abschied zu nehmen.
Außerdem brachte Memmeler so genannte "Kolumbarien" ins Gespräch. Das sind Urnenwände, in denen die Urnen offen in Fächern oder Nischen ihren Platz finden - eine Alternative zu den herkömmlichen Bestattungen und ein Trend, der sich nach Information von Memmeler in anderen Städten, wie zum Beispiel Hamburg, größter Be-liebtheit erfreut.
Diese Form der Bestattung können sich die Kirchenvertreter ebenfalls vorstellen, sie entspreche den christlichen Vorstellungen einer würdigen Bestattung. Allerdings seien Kolumbarien innerhalb der Trauerhalle abzulehnen.
Am Ende der Diskussionsrunde kristallisierte sich ein Meinungstrend heraus: Trauerhalle bautechnisch verbessern und mit Technik wie Beschallungsanlage ausstatten, den Rest erneuern. Das konnte Ratsherr Achim Schwarz am Ende in die SPD-Arbeitsgruppe mitnehmen, und auch die Vertreter der Stadt fanden diese Variante für die Zukunft vorstellbar.
Eine Anschubfinanzierung von 250 000 Euro ist nach Worten von Dieter Kasprowiak für den Trauerhallen-Komplex im Wirtschaftsplan der ZGL bereits festgesetzt.
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