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Streusalz bunkern gegen eiskalte Wucherpreise

15.08.2011 | 15:36 Uhr
Streusalz bunkern gegen eiskalte Wucherpreise

Lünen.Während alle noch auf einen warmen Restsommer hoffen, haben die Wirtschaftsbetriebe Lünen schon den Winter auf dem Schirm. WBL lagert in diesen Tagen 600 Tonnen Streusalz ein, um gewappnet zu sein, wenn Kälte und Eis dem Verkehr zusetzen und die Stunde der Streusalz-Spekulanten schlägt.

16 Sattelschlepper sind gerade auf dem Weg nach Lünen, um Steinsalz aus dem Bergwerk Borth am Niederrhein herbeizutransportieren. Den Auftrag dazu erteilte WBL-Abteilungsleiter Thomas Möller vor zwei Wochen. „Wir haben den Markt lange beobachtet und zugeschlagen, als der Salzpreis günstig lag“.

Günstig, wenn man nicht – wie im Winter üblich – im Verbund mit anderen Kommunen über Straßen.NRW ordert sind 60 bis 70 Euro. Richtig teuer wird’s, wenn europaweit das Streusalz knapp wird. Händler rufen dann bis zu 300 Euro pro Tonne ab. So geschehen im vergangenen und vorvergangenen Winter, als lang anhaltende Kälte viele Kommunen eiskalt erwischt hatte. Wer nicht genug Salz gebunkert hatte und vom Vertragspartner keinen Nachschub mehr bekam, musste Wucherpreise zahlen. Oder hätte die Straßen dem Schnee überlassen müssen. Auch WBL hatte in den letzten beiden Wintern tageweise Streusalz an der Börse nachordern und Spitzenpreise zahlen müssen.

Aus diesem Grund bunkert WBL seit 2010 Streusalz ab Sommer – was sich vergangenen Winter schon ausgezahlt hat In Lünen waren die Salzreserven längst nicht so häufig ausgeschöpft, wie in den umliegenden Städten – zum Leidwesen der Gebührenzahler, die letztendlich dafür zahlen.

Inzwischen, will Möller wissen, würden alle Kommunen ihre Hausaufgaben machen und im Sommer Streusalz bunkern. Er ist guter Dinge, dass damit die Zeit der Spekulanten im Winter vorbei ist.

Ein bisschen Spekulation bleibt das Streusalz-Geschäft dennoch. Zumindest für WBL. Wird der nächste Winter warm, bleibt man womöglich auf den Streusalzvorräten sitzen oder muss vertraglich vereinbarte Liefermengen wieder abbestellen. Die Kosten dafür stünden aber in keinem Verhältnis zu den Ausgaben, die im umgekehrten Fall drohten, erklärte Möller.

Zur Orientierung: In den vergangenen zehn Jahren belief sich der Streusalzverbrauch in Lünen immer deutlich unter 1000 Tonnen. Ausreißer nach oben waren allein die letzten beiden Wintern mit 1200 Tonnen (2010/2011) bzw. 1400 Tonnen (2009/2010). WBL hat mit der Firma Esco für den Winter einen Liefervertrag über 600 Tonnen abgeschlossen.

Andreas Gruber

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