Stadtverwaltung unterstützt Knochenmarkspenderdatei
10.03.2011 | 15:02 Uhr 2011-03-10T15:02:00+0100
Lünen. „Alle 45 Minuten erkrankt jemand an Leukämie, darunter immer mehr Kinder und Jugendliche“ , sagt Agnes Schneider.
Sie gehört wie Petra Ennenbach zu den Mitarbeitern der Deutschen Knochenmarkspenderdatei, kurz DKMS, die sich dafür engagieren, dass möglichst viele Betroffene einen passenden Spender finden und damit Hoffnung auf ihre Genesung.
Insgesamt sind mehr als 3,5 Millionen potenzielle Spender beim Zentralen Knochenmarkspenderregister Deutschland eingetragen. Allein 2,4 Millionen dieser Spender sind bei der DKMS registriert. Für die meisten Patienten besteht die einzige Chance auf Heilung in der Übertragung von gesunden Stammzellen ihres „genetischen Zwillings“.
Jede Typisierung kostet 50 Euro, erst bei einer Knochenmark- bzw. Stammzellenspende springt die Krankenkasse des Empfängers ein und übernimmt die Kosten. Kann der Spender die Kosten für Typisierung und Registrierung in Höhe von 50 Euro nicht schultern, springt die DKMS ein.
Als gemeinnützige GmbH ist diese wiederum nicht nur auf Stammzellenspender, sondern auch auf Geldspender angewiesen. Seit gestern sind es 220 Spender mehr. Der Personalrat der Stadtverwaltung übergab Agnes Schneider und Petra Ennenbach einen Spendenscheck über 1237,28 Euro.
Der Erlös stammt aus der Restcent-Aktion der Stadtverwaltung. 220 der insgesamt 850 Stadtverwaltungsmitarbeiter spenden den Betrag, der in der Gehaltsabrechnung hinter dem Komma steht. Seit 2000 kommen Jahr für Jahr Spenden in Höhe von rund 1000 Euro zusammen.
Nabelschnurblutspende am St.-Marien-Hospital
Stammzellenspender müssen in der Regel 18 bis 55 Jahre alt sein. Doch bereits Neugeborene können als Lebensretter in Erscheinung treten. Die DKMS wirbt bei werdenden Eltern um eine Nabelschnurblutspende, wie sie auch am St.-Marien-Hospital möglich ist. Dr. Donat Romann, Chefarzt der Frauenklinik im Lüner Klinikum, legt werdenden Eltern eine solche Spende ans Herz, „weil die Stammzellen aus dem Nabelschnurblut für eine Spende ideal sind“. Sie seien noch nativ, also nicht ausgereift, so dass Transplantationen auch bei einer geringeren Übereinstimmung zwischen Spender und Empfänger möglich seien. Dr. Romann weist zudem darauf hin, dass das Blut nicht dem Neugeborenen entnommen werde. Vielmehr handele es sich um das Restblut, das sonst im Abfalleimer lande.
Die Abteilung des St.-Marien-Hospitals gehört zu den 98 kooperierenden Frauenkliniken in Deutschland, die an der José-Carreras-Stammzellbank am Universitätsklinikum Düsseldorf beteiligt sind.
0mitdiskutieren