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Stadt will Hansetag absagen

10.02.2012 | 19:09 Uhr
Stadt will Hansetag absagen

Lünen.Die Stadt will den 39. Internationalen Hansetag in Lünen absagen. Um die viertägige Großveranstaltung 2019 auszurichten, fehle Geld, Personal und breite Unterstützung, erklärte Bürgermeister Hans Wilhelm Stodollick im Pressegespräch am Freitag.

Mit dem Vorschlag aus dem Ältestenrat, über den in der Ratssitzung am 23. Februar entschieden werden soll, reagiere die Verwaltung auf „Signale aus Politik und Bürgerschaft“, so Stodollick. Die SPD hatte sich jüngst gegen die Ausrichtung des Hansetages ausgesprochen.

Als Stimme der Lüner wird der so genannte Bürgerhaushalt herangezogen. Vier Einträge zum Hansetag zeigt die „Bürgerhaushalt-Vorschlagsliste“ auf der Internetseite der Stadt. „Viele halten die Ausgaben nicht für nötig“, nannte der Bürgermeister das Argument, das in der Diskussion das meiste Gewicht bekommen hat.

Von Nachfragen zur Kostenkalkulation in drei Städten, die bereits Ausrichter des Hansetages waren, berichtete der Beigeordnete Horst Müller-Baß. Daraus ergebe sich ein sechsstelliger Betrag als Eigenanteil, zwischen 250 000 und 750 000 Euro. Ein solches Budget könne Lünen auch auf lange Sicht nicht aufbringen, so die Einschätzung von Kämmerer Hans-Georg Schlienkamp. Auch müsse man bedenken, ob anderen Projekten dadurch Mittel entzogen würden, gab Müller-Baß zu bedenken. Überdies sei der Personalaufwand nicht zu schultern. Fachforen und ein Kulturprogramm für Delegationen aus rund 150 Hansestädten und hunderttausende Besucher müssten vorbereitet werden. Lünen wolle 2016 sein 675-jähriges Stadtjubiläum feiern – beides sei nicht zu machen.

Die Beteiligung am Hansetag spart sich Lünen laut Stodollick schon seit drei Jahren, und auch in Lüneburg werde man 2012 wohl nicht dabei sein. Mitglied des Städtebundes (gegründet 1980 in Zwolle) wolle Lünen aber bleiben.

Die Zusage für den Hansetag 2019 gab Lünen nach Auskunft des Bürgermeisters vor sieben Jahren – vor den großen Sparmaßnahmen. Die Idee gehe auf eine Initiative von Dieter God (Statt-Partei) zurück und sei zunächst umstritten gewesen, schließlich aber „von allen mitgetragen“ worden.

Jutta Wieloch

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