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SPD: Keine Selektion nach der 4. Klasse

20.06.2007 | 09:21 Uhr

Lünen. (IK/PiLi) Die Landes-SPD möchte das Bildungssystem grundlegend reformieren, es an internationale Vorbilder anpassen und so die Bildungsqualität und Chancengleichheit für alle erhöhen. Die Eckpunkte des Programms wurden in Lünen kontrovers, aber ins

Am Dienstagabend präsentierte die SPD im Freiherr-von-Stein-Gymnasium das Konzept, das im November 2006 in Oberhausen verabschiedet worden war. Rund 25 Schulleiter, Lehrer und Vertreter der Schulpflegschaften hörten aufmerksam Marlies Stotz zu, die dem Schulausschuss im Landtag und der NRW-SPD-Projektgruppe "Bildung" angehört. Sie trug gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Rainer Schmeltzer die Leitlinien vor.

Als Eckpunkte nannte Stotz die Gebührenfreiheit vom ersten Schuljahr bis zum Hochschulabschluss, die Umgestaltung von Kindertageseinrichtungen zu den ersten Bildungseinrichtung für die Jüngsten, die bessere Qualifizierung von Erzieherinnen und die stärkere Einbindung anderer Berufsgruppen wie Psychologen. Selektion nach der vierten Klasse würde abgelehnt. Stattdessen soll es eine Gemeinschaftsschule geben, in der alle Kinder in der fünften und sechsten Klasse schulformübergreifend unterrichtet werden. Erst danach soll es eine Aufteilung geben, wobei Stotz hierfür drei Varianten vortrug, bei letzterer war das dreigliedrige Schulsystem abgeschafft. Und: Schulen sollen selbstständiger werden und mehr organisatorische, personelle und finanzielle Gestaltungsmöglichkeiten erhalten.

Genau hier gab es Kritik: "Die selbstständige Schule bedeutet doch nichts anderes als noch mehr Arbeit", monierte ein Schulleiter. Bereits jetzt wäre man mit den Unterrichtsstunden und Verwaltungsaufgaben bis an die Grenzen des Zumutbaren ausgelastet. Stotz war erstaunt: "Selbstbestimmung war früher immer der große Wunsch der Schulleiter gewesen. Zumindest können es die Schulen tun, die es wollen."

Ein Pflichtjahr für Kindertagesstätten schlug Hans-Gerd Scheidle von der Schule auf dem Kelm vor. Während dieses Jahres könnten Kontakte zu den Schulen bereits geknüpft werden. Ein Vorschlag, den die Sozialdemokraten begrüßten. Sprachschwierigkeiten und Bildungsschwächen könne man dadurch rechtzeitig besser erkennen. Insgesamt zeigten sich die Anwesenden offen gegenüber den Eckpunkten, keiner lehnte sie komplett ab.

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