SPD für Umbenennung
03.02.2012 | 18:03 Uhr 2012-02-03T18:03:00+0100
Niederaden/Lünen. Die SPD-Fraktion befürwortet die Umbenennungen der Agnes-Miegel und der Karl-Wagenfeld-Straße. Die Unkosten der Anwohner soll die Verwaltung erstatten.
Die SPD-Fraktion befürwortet die Umbenennungen der Agnes-Miegel und der Karl-Wagenfeld-Straße. Das ist das Ergebnis der letzten Fraktionssitzung am Montag, teilt Fraktionsgeschäftsführerin Petra Klimek mit.
Bei der Umbenennung von Straßennamen müsse ein öffentliches Interesse vorhanden sein. „Die Beurteilung des Geschichtsbilds einer Person ist hierbei ein legitimes Benennungs-Interesse. Wenn die neuere Historienforschung erkennen lässt, dass Persönlichkeiten nationalsozialistisches Gedankengut verbreitet haben oder es forciert oder unterstützt haben, dann haben diese Namen auf Lünens Straßenschildern nichts zu suchen“, ist sich die SPD-Fraktion einig.
In die Ermessensentscheidung sei das öffentliche Interesse am Kostenaufwand mit einzubeziehen, so dass die Fraktion von der Verwaltung eine Entschädigung für die Anwohner fordert.
Die Benennung von Straßen nach Personen stelle eine besondere Würdigung von deren Lebensleistung auf unterschiedlichen gesellschaftlichen Gebieten dar. Entsprechend hohe Maßstäbe seien bei der Auswahl für eine Namensgebung anzulegen. „In den beiden Fällen wäre eine Würdigung grotesk, nachdem die neuen Erkenntnisse gewonnen wurden“, so das Fazit der Fraktion. Hier sei nicht nur das Interesse der Anlieger zu berücksichtigen, sondern das Interesse der gesamten Stadt. Die SPD-Fraktion begründete ihren Beschluss auch mit dem „Bündnis gegen Rechts“, das sich ja gerade wegen der zunehmenden, rechtsradikalen Attacken und Streuung nationalsozialistischen Gedankenguts formiert hat.
„Den Anfängen wehren“, lautet die Devise. Und weiter: „Die Beibehaltung dieser Straßennamen würde eine kognitive Wahrnehmung der Duldung suggerieren und das gilt es zu verhindern.“
Bekanntlich war vergangenes Jahr eine hitzige Debatte um die Umbenennung der beiden Straßen entbrannt, nachdem der Landschaftsverband Westfalen-Lippe eine Untersuchung zu fragwürdigen Straßennamen durchgeführt hatte. Karl Wagenfeld und Agnes Miegel tauchten dort wegen ihrer Rollen im Dritten Reich auf.