SPD fordert Runden Tisch gegen Bahnlärm
06.10.2011 | 12:34 Uhr 2011-10-06T12:34:00+0200
Lünen.Die SPD-Fraktion fordert Bürgermeister Hans Wilhelm Stodollick auf, einen Runden Tisch gegen den Lärm an der Hamm-Osterfelder-Bahnstrecke zu gründen. Der Güterverkehr lasse Anwohnern inzwischen selbst nachts keine Ruhe mehr.
Der Güterverkehr habe zugenommen und der Lärmpegel auch. An einigen Stellen sei die Bahntrasse wegen der Bergsenkungen auf gleichem Höhenniveau mit den anliegenden Häusern. Die Züge würden damit „quasi durch die Schlafzimmer vieler Anwohner“ fahren, so die SPD.
Der Lärm belästige nicht nur die unmittelbaren Anwohner, sondern strahle durch das geänderte Höhenniveau wesentlich weiter in die Siedlungen hinein.
Immer mehr Bürger würden über Lärmbelästigungen klagen, teilte die SPD-Fraktion in ihrer Erklärung mit. „Es gibt Gutachten, die eine Rechtfertigung für strenge Grenzwerte vor allem gegen nächtliche Lärmbelastung vorgeben“, betont der verkehrspolitische Sprecher Rüdiger Billeb. Die SPD-Fraktion fordert deshalb die Einhaltung eines Grenzwertes von max. 40 Dezibel (dB), der in der Nacht im Jahresdurchschnitt zum Schutz der Gesundheit nicht überschritten werden darf.
Die Hamm-Osterfelder Bahn sei zwar in das freiwillige Lärmsanierungsprogramm von Bund und Deutscher Bahn AG aufgenommen worden. Es werde jedoch städteweise abgearbeitet und es gebe eine Prioritätenliste, in der Lünen einem hinteren Platz einnimmt, führt die SPD aus. „Um auf dieser Liste oben zu stehen, müssen wir uns bemerkbar machen“, so Rüdiger Haag, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion. „Machen wir uns nicht lauthals bemerkbar, werden in Lünen die Lärmschutzmaßnahmen zuletzt in Angriff genommen“, so Haag weiter. Und das könne dann noch Jahrzehnte dauern.
Daher geht die SPD-Fraktion nun auf den Bürgermeister mit der Bitte zu, „dieses Lärmproblem zur Chefsache zu machen“.
Die Güterverkehrstrasse führt von Hamm nach Oberhausen durch viele Städte. „Gut wäre es, wenn der Bürgermeister mit seinen Amtskollegen der Nachbarstädte einen runden Tisch ins Leben rufen würde, um einen gemeinsamen Weg zu finden“, so der Fraktionsvorsitzende Rolf Möller. „Denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Deutsche Bahn sich von kleineren Protestaktionen nicht beeinflussen lässt “, so Möller weiter.
In anderen Orten hätten sich Anlieger zusammengetan und gegen den Lärm geklagt und einen Etappensieg erreicht. „Ein gefordertes Lärmschutzgutachten gibt den Bürgern recht, streckenweise wird der Lärmpegel um 20 Dezibel überschritten und das vor allem nachts“, sieht sich die SPD in ihrem Bemühen gestärkt. Das Landgericht Bochum hätte daraufhin ein zweites Gutachten in Auftrag gegeben. Dabei gehe es um die Erschütterungen durch den Bahnbetrieb und deren Folgen für die Anwohner. Wenn auch dieses Gutachten vorliegt, wird ein Urteil gefällt.
09:08
Wie immer! Plötzlich war ne Bahn vor dem Haus!
Hat keiner gesehen, der dort gebaut hat oder eine Mietwohnung bezogen hat.