SPD Altlünen richtet Appell an Bürgermeister
03.10.2008 | 18:16 Uhr 2008-10-03T18:16:21+0200Altlünen. In einem offenen Brief richten die stellvertretenden Vorsitzenden des SPD-Ortvereins Holger Kahl und Angela Wegener-Nachtkamp einen Appell an Bürgermeister Hans-Wilhelm Stodollick, er möge sich für die Sicherung der Nahversorgung im Stadtteil ..
... Altlünen mit all seinen Möglichkeiten einsetzen. Hintergrund dieses Appells ist die Schließung der Edeka-Filiale an der Alstedder Straße, die aller Voraussicht nach Ende Oktober erfolgen soll. "Der SPD Ortsverein Lünen-Altlünen hat dies mit Entsetzen zur Kenntnis genommen", so Kahl und Wegener-Nachtkamp in dem Brief. Das Entsetzen sei auch deshalb so groß, weil von der Schließung auch die Gewerbetreibenden betroffen seien, die ihr Geschäft nach dem so genannten Shop-in-Shop-Prinzip in den Edeka-Räumen betreiben. Und: "Wir halten vor allen Dingen den Zustand, dass in Alstedde kein Vollsortimenter mehr zur Verfügung stehen soll, für völlig unhaltbar." Daher würden sie Stodollick mit Nachdruck darum bitten, sich in seiner Funktion als Bürgermeister für die Sicherung der Nahversorgung der Alstedder einzusetzen. "In einem Ortsteil wie Alstedde, wo viele ältere, nicht mobile Menschen wohnen, muss gewährleistet sein, dass man seine täglichen Lebensmittel in kleinen Mengen und größtmöglicher Frische fußläufig beziehen kann", so die beiden Sozialdemokraten, Auch müsse gesichert sein, dass man für eine Briefmarke nicht in die Stadt fahren müsse.
11:35
Betreff: Schließung von Edeka
Wie in der WR vom 02.10.08 zu lesen war, schließt der Edeka in Lünen-Alstedde leider zum Ende des Monats. Ich habe aber schon im letzten Jahr einige kritische Leserbriefe über die “Neue Mitte“ geschrieben und dieses leider vorhergesehen (nein, ich bin kein Hellseher, logisches Denken genügt): Der Lidl-Neubau direkt gegenüber dem derzeitigen Edeka (in einem über 50 Jahre alten Gemäuer) ist für diesen eine übermächtige Konkurrenz, so dass eine Schließung wegen zu erwartender Umsatzeinbußen zwangsläufig kommen musste. Es war zwar auch (nach öffentlichem Druck) ein zeitgemäßer Neubau für den Edeka geplant, aber ich vermute dass diese Planung nie ernsthaft vorangetrieben wurde: Es gab außer einer schönen Zeichnung meines Wissens nie einen Zeitplan…der Neubau käme zu spät, um von der Kundschaft angenommen zu werden.
Viele Leute wohnen südlich der “Neuen Mitte“ und sind bisher zu Fuß entweder zum alten Lidl oder an den jetzt abgerissenen Häusern vorbei zum Edeka gegangen. Diese kurzen Einkaufswege fallen demnächst weg. Auf meine telefonische Anfrage bei der Glückauf -jetzt THS Wohnen- ob denn wenigstens ein Durchgang zur “Neuen Mitte“ von südlicher Seite geplant sei, wurde mir gesagt: “…nein, aber wir haben auch keinen Einfluss mehr darauf, das Gelände ist an Lidl verkauft…“ Toll! Darum hätten sich weiter denkende Politiker bzw. Stadtplaner aber rechtzeitig kümmern müssen!
In der WR-Samstags-Ausgabe äußerte sich der SPD-Ortsverein “entsetzt“ über die Schließung des Edeka. Entschuldigung…war es nicht der SPD-Mann Evert, der den Lidl- Neubau durchboxte und anfangs meinte, sich nicht um Edeka kümmern zu müssen? Jetzt ist der Katzenjammer groß und man bittet den Bürgermeister um Hilfe. Da bin ich mal gespannt…soll er selbst ein Geschäft eröffnen?
Wie sieht die nahe Zukunft in Alstedde aus? Der Edeka schließt Ende Oktober, bleibt bis zum Frühjahr 2009 nur der Lidl am Marktplatz. Dieser wird zwar auch mehr Kundschaft bedienen können, aber einen Teil des Bedarfs wird man trotzdem von einem Vollsortimenter aus der Lüner Innenstadt holen müssen. Demnächst soll die ramponierte Fahrbahndecke der Alstedder Strasse erneuert werden und wird wegen der Bauarbeiten abschnittsweise nur per Ampelsteuerung einseitig befahrbar sein, dazu kommt der Baustellenverkehr für die “Neue Mitte“. Ich wünsche viel Spaß bei den kommenden Weihnachtseinkäufen.
PS: Ein kleiner Trost für die Planer der “Neuen Mitte“: Der Getränkemarkt an der Alstedder Strasse bleibt geöffnet…
23:16
Äußerst interessante Sichtweise, auch wenn sie am Ende falsch sein sollte! Schön, dass man sich jetzt ach so schnell um eine Rettung bemüht. Wie gesagt, der Edeka hat mit einer Schließung gedroht. Anscheinend hat diese Androhung keiner Ernst genommen.
20:19
Mit etwas Weitsicht hätte es jeder schon seit Jahren erkennen können.
Zunächst wird eine neue gemeindliche Mitte angestrebt.
Dann nutzt man die Gelegenheit, die Drohung der Schließung von Lidl am Marktplatz zu nutzen, um genau im schon immer angedachten Bereich für Lidl ein fürstliches Areal zur Verfügung zu stellen. Dazu werden mal eben einige Wohnblocks abgerissen, neue gebaut und die Bewohner umgesiedelt. So hat dann auch die Wohnungsbaugesellschaft durch die Zuschüsse noch etwas davon.
Das der direkt gegenüberliegende Edeka schon von Anfang mit einer Schließung gedroht hat, wenn nicht auch diesem ein entsprechendes Areal zur Verfügung gestellt werde, haben wir alle noch gut in Erinnerung. Also ist die jetzige Schließung absolut nichts Neues.
Warum man sich erst jetzt darum kümmert, ist mir deshalb nicht schleierhaft, weil ich dahinter eine lang geplante Taktik vermute, denn sonst hätte man gemeinsam mit Edeka nach einer akzeptablen Lösung suchen müssen.
Durch den massiven Protest und großer Unterschriftenaktion wurde seinerzeit die schon von Herrn Evers geplante bauliche Verwertung des Heideblümchenparks verhindert.
Gegen diesen öffentlichen Druck konnten die finanziellen Interessen einiger weniger nicht durchgesetzt werden.
Meine Prognose heute und an dieser Stelle lautet, dass die Stadt nun den bewusst herbeigeführten triftigen Grund hat, die Anlieger zur Aufgabe des seit vielen Jahren mit viel Mühe und Liebe von ihnen im Verein Heideblümchenpark gepflegten Park zu zwingen und diesen nun doch für Gewerbe- und Wohnflächen zu nutzen.
Die alten Seilschaften kommen so, wenn auch ein paar Jahre später, noch zur Realisierung ihrer finanziellen Interessen.
Ich werde mir diesen Artikel auf Termin legen. Wenn in zwei Jahren eine Andere als die von mir geschilderte Lösung gefunden sein sollte, werde ich mich persönlich bei Herrn Evers für diese hier getätigte Unterstellung entschuldigen.