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„Sie kratzen den Schnee einfach weg”

14.02.2010 | 15:53 Uhr

Der Winter will nicht enden, Menschen frieren, Singvögel nehmen dankbar das Futter auf Balkonen und Terrassen an. Wie aber überleben die 500 Schafe auf dem Hof Konze (früher Middendorf) in Alstedde. Müssen sie im Stall bleiben? Werden sie dort gefüttert?

Mitnichten. Schäfer Konze zieht zurzeit mit mehreren hundert Tieren bei Olfen durchs Münsterland. „Die sind sehr genügsam und kratzen den Schnee einfach weg”, sagt Corinna Konze. Die Schafe fressen Raps oder Gras und brauchen kein zusätzliches Futter. Zu Hause im Stall geblieben sind 100 bis 150 Muttertiere, die gerade ihre Lämmer bekommen haben. Das sind die „melken” Schafe, wie es Corinna Konze nennt. 

Selbst bei tiefen Temperaturen können Schafe auch draußen ihre Lämmer bekommen. „Das geht aber nur bei Einzelgeburten und ist dann problemlos”, erläutert die Schäfersfrau. Das Lamm werde dann vom Muttertier abgeleckt und betreut. Würden aber zwei Lämmer geboren, sei ein Muttertier schnell überfordert. Wenn es sich um ein Lamm kümmert, würde das zweite schon mal aus dem Blickwinkel geraten und nicht mehr ausreichend versorgt.

Letztens habe man Muttertiere und Lämmer auf dem Hof auf Stroh außerhalb des Stalles laufen lassen. Da seien Mitglieder vom Tierschutzverein Arche 90 gekommen und hätten einen Aufstand gemacht. „Die sind arrogant und frech aufgetreten, ohne Ahnung zu haben”, beklagt Corinna Konze.

Daraufhin habe sie die Polizei geholt. Erst als ein Veterinär erklärt habe, dass alles in Ordnung sei, seien sie abgezogen, „aber ohne eine Entschuldigung”, ärgert sich Corinna Konze.

Gerd Kestermann

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