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Aktion "SchachtZeichen"

Sechs Sonnen über der Lippestadt

24.05.2010 | 20:40 Uhr
Sechs Sonnen über der Lippestadt

Lünen. 350 Sonnen gingen am Samstagvormittag im Rahmen des Kulturhauptstadtjahrs über dem Ruhrgebiet auf, sechs davon in Lünen - um daran zu erinnern, was die Geschichte des „Kohlenpotts” geprägt hat: das schwarze Gold der Bergwerke.

„Die rund 100-jährige Bergbaugeschichte hat bemerkenswert tief in unser kulturelles Verständnis eingegriffen,” sagte Bürgermeister Hans Wilhelm Stodollick bei der offiziellen Eröffnung der Aktion "SchachtZeichen"am Grubenwehrheim auf dem Gelände Viktoria 1/2 am Morgen und bezog sich dabei auf den Brieftaubensport, die Knappschaft und die Bergmannschöre, die seit jeher eine wichtige Rolle spielen. Einer dieser Chöre, der MGV Zeche Viktoria, erschien in traditioneller Bergmannskleidung, gab Bergmannslieder wie „Glückauf ihr Bergleut jung und alt” zum Besten. Eine Fotoausstellung präsentierte Engelbert Schrammek, der den Besuchern die Geschichte der Zeche Viktoria vom ersten Spatenstich 1907 bis zum Abriss 2007 nahebrachte. „Im Juni `91 hatten wir unsere letzte Schicht”, erinnerte sich der Vorsitzende der Grubenwehrvereinigung, Horst Klostermeier. Sein damaliger Arbeitskollege Hubert Elsenberg ergänzte: „Das war eine Familienzeche. Der Opa, der Papa, der Sohn - alle haben hier zusammengearbeitet. Viktoria war unser Zuhause.” Daran sollen nun eine Woche lang die gelben Ballone erinnern, einer über dem Viktoriaplatz und einer über der Industriestraße.

Auch am Seepark kümmerten sich freiwillige Helfer um SchachtZeichen für die ehemalige Zeche Preußen. Die Ballons sind mit einer Materialdicke von nur 0,2 Millimetern und einem Durchmesser von 3,7 Metern rohe Eier in Gelb. Sie ragten zusammen mit einer darunter hängenden 18 Meter lange Fahne, an einem Nylonseil befestigt, aus Pkw-Anhängern. „Mit den jeweils darin liegenden drei Flaschen zu je neun Kubikmetern Helium haben wir sie gefüllt”, erklärte Paul Schlunke, der sich mit seinem Sohn Frederik für die Aktion gemeldet hatte. Eigentlich in Waltrop zuhause, hatten sie sich für ein SchachtZeichen in Lünen entschieden, da der Großvater hier als Bergmann gearbeitet hatte. Bei einer Schulung in Essen hatten der Neuntklässler und sein Vater den Umgang mit der Ausrüstung gelernt. „Wegen der Luftsicherheit steht der Ballon noch auf 20 Metern. Erst ab 12 Uhr dürfen wir ihn auf 80 Meter hochlassen”, berichtete Frederik.

Immer wieder kamen Radfahrer und Fußgänger vorbei, die sich nach der Aktion erkundigten und denen Frederik und seine Kollegen gerne Auskunft gaben. Wie viele Interessierte machte auch die Lünerin Siegrid Zakoll eine Tour, um die SchachtZeichen zu begutachten. Die Ausstellung im Colani-Ufo, eine Zusammenstellung von Fotos und anderen Utensilien, die Wolfgang Schubert gesammelt hatte und die an die Zeche Minister Achenbach erinnerten, gefiel ihr besonders. „Auf diesen Bildern sieht man erstmal, was die Männer geleistet haben. Das verdient Respekt.”

Das Auflassen klappte überall reibungslos. Am gestrigen Montag war es jedoch zu windig, um die Ballons wie geplant am Morgen hoch- und gegen 20 Uhr wieder herunterzulassen. Die „Sonnen” mussten unten bleiben.

Am 29. Juni sollen die Ballons von innen beleuchtet am Himmel stehen. Planungen der Stadt, die 14. Etage des Rathauses an diesem Abend für Besucher zu öffnen, laufen noch. Dann ergäbe sich für die Lüner ein Blick auf eine Landkarte, auf der die Schachtzeichen wie gelbe Stecknadeln auf die Orte verweisen, die einst die Geschichte des Ruhrgebiets schrieben.

Julia Katharina Kirstein

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Kommentare
25.05.2010
07:17
Sechs Sonnen über der Lippestadt
von d.Hahn | #1

Bitte genauer recherchieren.

Die Termine für die Nachtschachtzeichen lauten:

24. Mai 2010 (22-01 Uhr)
29. Mai 2010 (22-01 Uhr)


Und gestern, am 24. Mai, hat die Aktion ebenfalls stattgefunden, allerdings nur in 30 Metern Höhe aufgrund der vorherigen Unwetterwarnungen.

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