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Raum für die Tafel

30.12.2007 | 14:48 Uhr
Raum für die Tafel

Sie ärgern sich darüber, nicht mehr bedürftige Menschen in Lünen zu erreichen, Ulrike Trümper und Martina Fuchs von der Unnaer-Tafel. Sie ärgern sich mittlerweile nicht mehr über die ignorante Haltung Lüner Politiker ihrer Arbeit gegenüber.

An die dreihundert Lüner, die ihre Bedürftigkeit nachgewiesen haben müssen, holen noch frische oder kurz vor dem Verfallsdatum stehende Lebensmittel an jedem Donnerstag im katholischen Gemeindezentrum Gahmens. Aber allein 500 „Kunden” hat die Tafel im Unnaer Vorort Königsborn. Dort, in Unna, gibt es mehrere Ausgabestellen, die auch mit öffentlicher Unterstützung gefunden wurden. Hier, in Lünen, scheint es jedoch schwer zu sein, geeignete Räume für eine zentrale Ausgabestelle in der Innenstadt zu finden.  Denn der Weg nach Gahmen ist aufgrund der Busverbindungen kompliziert und auch vielen Bedürftigen zu teuer. Auch ist nicht sicher, wie lange dieser Stützpunkt existieren wird, da wohl für die Räumlichkeiten von der Gemeinde wohl andere Verwendungsmöglichkeiten ins Auge gefasst worden sind. Der Vertrag für eine Dependance in Brambauer, eine ehemalige Gaststätte, ist noch in der Schwebe. Also werden sie noch gesucht, die Räumlichkeiten für die Lebensmittelausgabe in der Stadtmitte. „Wir suchen einen großen Raum für die Ausgabe, Sanitärräume und dazu mehrere kleine Räume für Küche, Sozialräume, sowie zur Einrichtung von Kühlkammern”, so Tafel-Vorsitzende Ulrike Trümper, „leider war das Angebot der DRK-Räume an der Moltkestraße wegen erheblicher baulicher Mängel und der Unerreichbarkeit nicht zu realisieren. Aber interessant wäre zum Beispiel der Lüner Hauptbahnhof, gibt es da nicht eine ehemalige Bahnhofsgaststätte…?” Möglich wäre es auch, Räumlichkeiten durch Zusammenarbeit mit anderen sozialen, caritativen oder kirchlichen Einrichtungen zu finden. Dabei würde die gesamte Organisation weiterhin in den Händen der beiden aktiven Frauen bleiben. Ihnen liegt es am Herzen ,wie auch den Ein-Euro-Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern, die auch im Winter mit klammen Fingern die Kisten mit dem Lebensmitteln abholen, in die Transporter verladen und wieder in die Ausgabestellen schleppen, das die Lebensmittel, die eigentlich entsorgt werden sollen, aber noch durchaus genießbar sind, verteilt werden an Menschen, die ihren Cent mehrmals umdrehen, ehe sie sich selbst bei den Discountern Obst oder Gemüse kaufen.

Ingo Neubold

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