Pkw-Einbrüche von 2006 endlich vom Tisch
15.02.2012 | 14:21 Uhr 2012-02-15T14:21:00+0100
Lünen. Über fünf Jahre hat es gedauert, bis das Schöffgericht Lünen einen heute 29-jährigen Mann wegen des Aufbruchs von zwei VW-Golf und dem Diebstahl einer Handtasche und eines Autoradios per Haftbefehl aus dem Knast in Dortmund auf die Anklagebank „geliefert“ bekam.
Dort muss er ohnehin neun Monate Haft verbüßen. In Hinblick auf diese zu verbüßende Freiheitsstrafe stellte das Gericht das Verfahren ein.Dafür musste der Angeklagte auf eine Haftentschädigung für schon abgessene Untersuchungshaft verzichten. Die beiden Pkw-Einbrüche gab er unumwunden zu.
Er habe 2006 Heroin und Kokain konsumiert und Geld für die Drogen gebraucht. Weil er in Deutschland immer rückfällig geworden sei, habe er sich für eine Therapie in der Türkei entschieden, dort auch 15 Monate Wehrdienst abgeleistet und in Antalya im Tourismus gearbeitet.
Der Staatsanwaltschaft kündigte er dann die Rückkehr nach Deutschland an und wurde prompt festgenommen. Dann habe er mehrere Termine für die Verhandlung der Pkw-Einbrüche versäumt, berichtete Richterin Beatrix Pöppinghaus, und sei dann wieder in die Türkei gereist.Er sei „vor sich selbst abgehauen“, sagt der ledige Vater, der jetzt mit seiner Partnerin in Recklinghausen wohnen möchte, weil er als Gerüstbauer arbeiten kann, wenn er in den offenen Vollzug käme.
Nach der Rückkehr wurde er erneut festgenommen. Vollstreckt wird zurzeit ein Urteil des Amtsgerichts Dortmund, das ihn im April 2008 zu neun Monaten Haft verurteilt hat. Wenn er nicht auf die Haftentschädigung verzichte und für die Pkw-Einbrüche verurteilt würde, gebe es eine Gesamtstrafe von über einem Jahr, kündigte die Richterin an. Und für die werde sie keinesfalls eine Bewährung beantragen, sagt die Staatsanwältin sehr deutlich.
Da waren der Angeklagte und Verteidiger Klaas doch für die Einstellung. Der Haftbefehl wurde aufgehoben, aber die Vollstreckung der Freiheitsstrafe nicht.
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