Pflegestützpunkte könnten Situation "verschlimmbessern"
17.09.2008 | 17:21 Uhr 2008-09-17T17:21:00+0200Am besten bleibt alles, wie es ist. Das ist das Fazit einer Diskussion über die Zukunft der Wohn- und Pflegeberatung für den Kreis Unna, die über die Verbraucherzentrale in Lünen angeboten wird.
Dort waren neben Mitarbeitern der Verbraucherzentrale sozialpolitische Sprecher der Kreistagsfraktionen und Vertreter der Verwaltung des Kreises Unna zur Gesprächsrunde zusammengekommen. Hintergrund ist eine Änderung des Bundespflegegesetzes, das zum 1. Januar 2009 die flächendeckende Einrichtung von Pflegestützpunkten mit einem kompletten Beratungsangebot unter Federführung der Pflegekassen vorsieht. „Das Votum des Landes NRW zu diesem Thema steht noch aus”, erklärte Rüdiger Sparbrod, Sozialdezernent des Kreises Unna. Man wisse folglich noch nicht, wie die Strukturen vor Ort künftig aussehen werden, wieviele Pflegestützpunkte es geben soll und inwiefern bestehende kommunale Einrichtungen eine Rolle spielen werden. „Ich gehe aber davon aus, dass in Lünen ein zentrales Beratungsangebot vor Ort bleibt”, so Sparbrod. Wichtig sei dabei allerdings, dass die Neutralität und Unabhängigkeit der Beratung gewährleistet bleiben. Ob das unter der Leitung der Pflegekassen noch der Fall sein werde, sei fraglich. Für Helmfried Meinel, Mitglied der Geschäftsführung der Verbraucherzentrale NRW, steht fest: „Das neue Gesetz passt nicht zur Situation in NRW und könnte sie verschlimmbessern. Die bestehenden Strukturen sind hier gut und seit Jahren bewährt.” Man wolle sich aber nicht verschließen: „Wir sind bereit, das Knowhow, das wir mitbringen, in künftige Strukturen einzubringen.”
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