Per Internet den Schmerz auslöschen
15.02.2012 | 16:33 Uhr 2012-02-15T16:33:00+0100
Brambauer. Die Klinik am Park bringt im April ein interaktives Internetportal für Patienten an den Start, mit dessen Hilfe sich die Nutzer eigeninitiativ fit halten können. In eine Art Tagebuch haben sie Möglichkeit, Fortschritte von Zuhause aus zu dokumentieren. Ziel ist es, chronische Rückenschmerzpatienten dauerhaft zu sportlichen Aktivitäten zu motivieren.
Ideengeber für das Gesundheitsportal „Patientenaktiv“ sei die Wii-Konsole gewesen, erklärt Dr. Willi Kretzmann. Der Chefarzt der Orthopädischen Klinik in Brambauer erklärt, dass durch die Speicherung von Daten und der Erfolge, sich eine Langzeitmotivation einstellen würde. Dies sei auch durch die Verhaltenslehre bestätigt worden. Und darauf basiere auch das Gesundheitsportal „Patienten-Aktiv“.
In der Orthopädischen Klinik spiele die Verhaltenstherapie in Kombination mit herkömmlichen Therapieansätzen eine große Rolle. „Nur mit einer multimodalen Therapie kann man den Schmerzteufelskreis durchbrechen“, erklärt er. Denn schon nach drei bis sechs Monaten Rückenschmerzen, werden sie chronisch. Dies sorge für Inaktivität, Depressionen und vermehrten Ängsten, was wiederum die Schmerzsymptomatik verstärke. „Wir wollen diesen Teufelskreis durchbrechen und das Schmerzgedächtnis löschen.“ Dies funktioniere am besten durch Bewegung und Aktivität auch im sozialen Bereich. Das Zusammenspiel von verschiedenen Fachrichtungen, das die Klinik am Park anbiete, sei einzigartig in der Region, so Kretzmann. Das gleiche gelte auch für das Internetangebot.
Mithilfe des Portals werde der Patient in die Pflicht genommen, selbst aktiv zu werden. Kretzmann erklärt, warum gerade das neue Angebot dabei von Vorteil sei.
Es sei jederzeit von zu Hause aus nutzbar. Es gibt Informationen, Videos und Tipps, außerdem erhalten die Patienten eine Rückmeldung, in dem der Leistungsfortschritt angezeigt wird. Rückmeldungen an die Ärzte seien via Online-Fragebogen möglich, ein Tagebuch ermögliche, sich noch mehr mit dem Thema auseinander zu setzen. Außerdem können persönliche Ziele festgelegt werden.
„Die Klinik bietet seinen Patienten mit dem Webportal im Prozess der Genesung einen intensiven Austausch mit den Kliniken und seinen behandelnden Ärzten an“, erklärt der Chefarzt. Die persönliche Behandlung soll dadurch aber nicht ersetzt werden. Kretzmann sieht das Portal als Ergänzung für die poststationäre Betreuung. Es soll den Rückfall nach einem Krankenhausaufenthalt oder eine Rehaverordnung in den alten, inaktiven Trott verhindern, so Kretzmann.
Der Chefarzt versichert, dass niemand auf die Daten zugreifen könne, die der Patient ins Internet erstelle. Sogar nicht der Arzt, wenn der Patient dies nicht ausdrücklich erlaube.
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