Neun Wochen ohne Arbeit auf dem Bau
15.02.2010 | 08:00 Uhr 2010-02-15T08:00:00+0100Lünen. Seit neun Wochen, mitgerechnet die Zeit zwischen den Jahren, in der die meisten Baustellen ohnedies ruhen, macht das Bauhauptgewerbe und manches Nebenhandwerk in Lünen eine Zwangspause.
Schnee und Frost verhinderten Hoch- und Tiefbauarbeiten.
Die Zahl der Anträge auf Saison-Kurzarbeitergeld im Januar sei enorm angestiegen, die Arbeitsausfälle seien massiv, bestätigt Sabine Hanzen-Paprotta, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit im Bezirk Dortmund. Genau beziffern lasse sich die Entwicklung indes noch nicht, drei Monate werden die Betriebe – rund 200 sind es im Bau- und Ausbaugewerbe in Lünen – Zeit haben, um mit der Arbeitsagentur abzurechnen. Zunächst zahlt der Arbeitgeber, anschließend erstattet die Agentur für Arbeit die Kosten aus den Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung – mit dem Ziel, die Entlassung in Arbeitslosigkeit durch witterungsbedingte Einbrüche zu verhindern. Das Saison-Kurzarbeitergeld für Dezember bis März plus ergänzende Leistungen hat das frühere Schlechtwettergeld ersetzt.
„Mittwoch”, sagt Kreishandwerksmeister und Bauunternehmer Erik Pamp erleichtert, „fangen wir wieder an.” 25 Kolonnen werden antreten. Seit Wochen verfolgt Pamp den Wetterbericht mit professionellem Interesse, „an einen längeren, härteren Winter kann ich mich nicht erinnern”, sagt er. Letzten Donnerstag schien die Vorhersage von Tauwetter verlässlich genug, um den Termin für die Wiederaufnahme der Arbeiten festzusetzen. Zunächst werde man die Schneereste beseitigen müssen, dann soll gerackert, Zeit aufgeholt werden. Überstunden könnten in Urlaubstage umgemünzt werden, sagt Pamp, die vorauseilend genommen worden seien.
Sechs Grad plus sind die magische Grenze für Zement und Asphalt, darunter, sagt Pamp, dürfen sie nicht verbaut werden; selbst nachts dürften die Temperaturen nicht unter den Gefrierpunkt sinken, alle Baumaterialien, die mit Wasser vermischt sind, sind frostempfindlich. „Es kann nur der etwas tun momentan”, sagt Pamp, „der eine Innenbaustelle hat.” Glück für das Bauhauptgewerbe in Lünen sei immerhin, dass in Lünen große Unternehmen investierten und darauf achteten, die Aufträge innerhalb der Region zu vergeben. mw
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