Neues Gutachten im Trianel-Prozess
01.12.2011 | 11:56 Uhr 2011-12-01T11:56:00+0100
Lünen/Münster.Mit der Bewertung eines neuen Gutachtens begann heute Morgen am Oberverwaltungsgericht Münster der inzwischen dritte Verhandlungstag im Verfahren um eine Teilgenehmigung für das Trianel-Kohlekraftwerk. Das Gutachten soll nachweisen, dass der Boden im Cappenberger Wald schon jetzt zu stark mit Säuren belastet ist.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) NRW versucht, mit der Klage die Inbetriebnahme des Kohlekraftwerks zu verhindern. In der vergangenen Woche war zumindest der wasserrechtliche Teil des Vorbescheides der Bezirksregierung Arnsberg aufgehoben worden. Das neue Gutachten vorgelegt hatte der BUND, um damit seinen Standpunkt zu belegen, dass die besonders geschützten Cappenberger Wälder bereits stark vorbelastet sind und deshalb keine weiteren Schadstoffeinträge mehr vertragen.
Tatsächlich gibt es in dem Gutachten Werte, die unter dem liegen, was in diesen Bereichen vorliegen sollte. Derzeit versucht das Gericht zu bewerten, wie aussagekräftig die Angaben sind – ein Mitarbeiter des Landesumweltamtes LANUV erläuterte, die Zahlen seien über ein Verfahren ermittelt worden, das Spitzenbelastungen feststellen soll. Die Beratungen zu diesem Thema dauern an. Vorab hatte das Gericht aber noch einmal betont, wie schwer es die Arbeit mache, wenn solche Unterlagen erst kurzfristig vorgelegt würden – der BUND hatte das Gutachten einen Tag vor dem Verhandlungstermin vorgelegt.
Das Verfahren ist von großer Bedeutung, weil der BUND erstmals als Naturschutzverband in so einem Fall klageberechtigt ist. Dies hatte vor einiger Zeit der Europäische Gerichtshof festgestellt. Bisher war angekündigt, dass heute ein Urteil in dem Verfahren gesprochen werden soll. Ob dies gelingt, bleibt abzuwarten.
16:23
Zitat:
....wenn solche Unterlagen erst kurzfristig vorgelegt würden – der BUND hatte das Gutachten einen Tag vor dem Verhandlungstermin vorgelegt...
Es ist schon ein Investitionsanreiz für Energieversorger, wenn irgendwelche Lobbyisten eine genehmigte Anlage, in die bereits in 7-stelligen Euro- investiert wurde, kurzfristig einen Baustopp herbeiführen können.
Die Besonderheit ist, dass hier nicht deutsches Recht, sondern EU-Recht eine Rolle spielt.
Eine weitere Besonderheit ist, dass das Trianelkraftwerk von Stadtwerken finanziert wird. Alle Verzögerungen bedeuten Mehrkosten, die wiederum die Bilanzen der betroffenen Stadtwerke verschlechtert und zu Strompreiserhöhungen führen wird.
Wen das trifft, kann sich jeder ausdenken.
Es geht beim genannten Gutachten um mehrere Gramm Schwefel bezogen auf eine Gesamtmenge von 250000g. Da alles Rechenwerte mit geschätzten Randbedingungen erstellt worden sind, sieht man, nur die Richter nicht, welch ein unsinniges Spiel getrieben wird!
Dreimal kurz gelacht.
Die Lobbieisten gibts ja wohl ausschliesslich auf der Stromerseite, die alles zu Geld machen wollen, einsschl. des Gesundheitsgutes der Bürger. Man müsste diese Leute direkt über solch einem Schlot einquatrieren. leider sitzen sie dann später um so weiter von ihren Relikten entfernt...