Neues Dienstgebäude für Christoph-8-Crew
27.05.2011 | 15:24 Uhr 2011-05-27T15:24:00+0200
Lünen.Der erste Hubschrauber startete vor 37 Jahren von der ADAC-Luftrettungsstation Christoph 8 in der Lippestadt. Die Anzahl der Einsätze ist seitdem stetig gestiegen, und der Standort in Lünen damit immer wichtiger geworden. Allein in 2010 zählte der ADAC knapp 1300 Alarmierungen. Um bessere Arbeitsbedingungen für die Besatzung zu schaffen, muss ein neues Dienstgebäude her – der Grundstein hierfür wurde gestern neben dem Hubschrauber-Hangar gelegt.
Die Zeiten, in denen die Flugbesatzung auch im Krankenhaus mithelfen konnte, seien vorbei, erklärt der Ärztliche Leiter des St.-Marien-Hospitals Prof. Dr. Wolfram Wilhelm. Das medizinische Personal habe kaum noch Gelegenheit, den Luftrettungsplatz neben dem St.-Marien-Hospital zu verlassen. Bis zu acht Einsätze werden am Tag geflogen, immer von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang ist Christoph 8 in Alarmbereitschaft. Es gibt 32 Luftrettungsstationen in Deutschland. „Wir decken einen Umkreis von bis zu 70 Kilometern rund um Lünen ab“, erklärt Oberarzt Stefan Unterbusch. Gemeinsam mit Pilote Markus Greve und Rettungsassistent Thomas Kade bildet er die Stammcrew, die bereits zwei Minuten nach der Alarmierung der Leitstelle Unna in der Luft ist.
„Dabei geht es vor allem darum, die Lebensfunktionen zu erhalten. Christoph 8 transportiert vor allem Unfallopfer“ , so Prof. Dr. Wolfram Wilhelm. Ein Knochenjob für die Intensivmediziner. Und nach jedem Einsatz warte eine aufwendige Dokumentation, betont der Ärztliche Klinik-Leiter. „Mit den zertifizierten Qualitätsstandards gehört Lünen zu den besten Luftrettungsstationen, wir spielen quasi in der Champions League mit.“
Um diese Standards zu halten, müsse nun das neue Dienstgebäude her. Das alte ist bereits abgerissen, der zweigeschossige Neubau soll im November von der Rundholz-Bauunternehmung an den ADAC übergeben werden. Gebaut wird im laufenden Betrieb. „Wir schaffen das, weil wir über viele eigene Mitarbeiter und Fachkräfte verfügen und auch die notwendige Erfahrung auf dem Gebiet haben“, betont Firmenchef Stefan Rundholz. In den 280 Quadratmetern Fläche entstehen Ruheräume für die Piloten, Ärzte und Rettungsassistenten, außerdem Computerarbeitsplätze, Bereitschafts- und Sanitärräume. Zurzeit ist die Besatzung in Containern untergebracht, weil die Diensträume aus dem Baujahr 1974 bereits abgerissen worden sind.
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