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Training am Horstmarer...

Neue Rettungshilfe aus der Luft

18.05.2009 | 17:36 Uhr
Neue Rettungshilfe aus der Luft

Horstmar. Lutz Loddenkemper hat ein gerötetes Gesicht, nasse Haare und ist noch etwas außer Atem. „Man kommt sich ein bisschen wie bei der Marine vor”, sagt er. „Aber es macht super Spaß. Und es ist super interessant.” Auch für die Schaulustigen, die an diesem Tag zum Horstmarer See gekommen sind.

Sechs Stunden lang testete der ADAC dort ein neues Wasserrettungskonzept für seine Rettungshubschrauber. Der Dortmunder Lehrtaucher Loddenkemper (45) ist einer von denen, die dafür das Opfer spielen.

Schaulustige beobachten die Rettungsübungen des ADAC am Horstmarer See. Fotos: Ingo Neubold

Und die Aufgabe ist nicht ohne: Erst lassen sich die Taucher der Feuerwehren aus Dortmund und Hamm aus etwa zwölf Metern Höhe vom Hubschrauber ins Wasser fallen, dann müssen sie in dem 18 Grad kalten Wasser warten, bis Hilfe kommt. In diesem Fall ist es es eine Schlinge, die an einem Seil vom Hubschrauber aus zu ihnen manövriert wird. Kaum haben sie sie ergriffen oder um den Oberkörper geschlungen, geht es zum Ufer: In rasanter „Fahrt”, bei etwa 20 Stundenkilometern und hoch aufwirbelnder Gischt. „Es ist so, als ob man mit einem Hochdruckreiniger abgesprüht wird”, meint Loddenkemper.

Doch das neue Rettungssystem, das nun in allen Hubschraubern des ADAC eingesetzt werden soll, ist effektiv: Nur wenige Minuten hat es gedauert, bis der Helikopter über dem Opfer in der Luft steht und der Rettungsassistent dem Mann im Wasser von der geöffneten Hubschrauber-Tür aus das Seil mit der Schlaufe zutreiben konnte.

Pilot Andreas Parketny.

„Ich bin schon ein bisschen nass geschwitzt”, gibt Pilot Andreas Parketny (38) zu, als er nach einer Stunde wieder auf dem Boden landet. „Vieles ist noch neu an diesem Verfahren.” Für den Piloten gilt vor allem, konstante Höhe zu halten und sich mit dem Rettungsassistenten über die richtige Position zu verständigen. Denn das Opfer selbst kann der Pilot in dieser Situation nicht sehen: „Kommunizieren, kommunizieren, kommunizieren - das ist das wichtigste”, sagt Parketny.

Das Training mit dem neuen Langseilsystem setzen die Piloten und Rettungsassistenten der Hubschrauber „Christoph 8” (Lünen), „Westfalen” (Münster) und „Rheinland” (Köln) am Dienstag noch einmal von 10 bis 16 Uhr fort. Zu den Beobachtern zählen dabei auch Vertreter von Rettungsleitstellen landesweit: Schon ab Mittwoch können sie dann nämlich die ADAC-Hubschrauber informieren, wenn die Notfall-Meldung lautet: „Person im Wasser”.

Katja Sponholz

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