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Natursteine Böhme fühlt sich „vertrieben“

24.02.2011 | 17:29 Uhr
Natursteine Böhme fühlt sich „vertrieben“

Lünen. Die Firma Natursteine Böhme in der Frydagstraße bangt um ihre Zukunft. Nach 25 Jahren am Standort läuft der Pachtvertrag zum 31. Dezember 2012 aus. Eine Lösung ist für Geschäftsführer Peter Milcarek nicht in Sicht.

Beim Besuch der Wählergemeinschaft GFL am Mittwoch sagte er: „Wir fühlen uns vertrieben.“ Vom wem genau könne er nicht sagen. Es sei vielmehr das ungute Gefühl, „hier weg zu müssen“. Milcarek erläutert: Als vor drei Jahren das 20 000 Quadratmeter große Grundstück an der Frydagstraße, dass sich zurzeit Natursteine Böhme mit Bogart Gartenholz (inzwischen insolvent) und Holzhaus Hoffmann teilen, zum Verkauf stand, habe er überlegt.

Trianel war schneller, kaufte das Grundstück im Februar 2008 und will es in Zukunft als Revisionsfläche fürs Kraftwerk nutzen. Die aktuellen Baustellen-Bereitschaftsflächen an der Frydagstraße und auf Waltroper Stadtgebiet gehören Trianel nicht und müssen zurückgegeben werden.

Milcarek macht dem Stadtwerke-Verbund keinen Vorwurf. Der Kraftwerksbauer habe den Pachtvertrag mit ihm sofort um fünf Jahre verlängert und im Sommer 2008 fristgerecht zum 31. Dezember 2012 gekündigt. Trianel habe sich korrekt verhalten. Doch was nütze ihm das nun.

Auch mit dem Wirtschaftsförderungszentrum Lünen habe er gesprochen. Über eine Verlegung des Firmenstandortes. Die Freifläche hinter der Gaststätte Lüner Brunnen sei ihm angeboten worden. Weil die Hochspannungsleitung genau darüber führt, kam dieses Grundstück für ihn genauso wenig in Frage, wie ein Acker in der Straße In den Telgen. Beide Brachen hätten kostspielig hergerichtet werden müssen. „Es gibt keine vergleichbare Ersatzfläche“, sagt Milcarek frustriert.

Es ist das Gefühl „hier weg zu müssen“

Was die Sache für den Unternehmer so schwierig macht: Selbst wenn ein neues Grundstück gefunden würde, müsste die Musterausstellung an der Frydagstraße – das Aushängeschild der Firma – komplett ab- und an neuer Stelle aufgebaut werden. Allein das würde mindestens 500 000 Euro kosten, schätzt Milcarek.

„Ich würde hier gerne bleiben“, erzählt der Geschäftsführer. Seine Musterausstellung in der Frydagstraße habe sich rumgesprochen. Konkurrenz gebe es weit und breit nicht. Die Kunden würden aus bis zu 100 Kilometer Entfernung kommen. Wenn er woanders hin wechselt, müsste er kostspielige Werbung schalten. Mit Trianel will er in 14 Tagen sprechen. Ein Termin mit Geschäftsführer Manfred Ungethüm sei auf Vermittlung von GFL-Vorsitzenden Prof. Dr. Johannes Hofnagel zustande gekommen, so Milcarek.

Andreas Gruber

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