Nachwuchs-Kritiker ganz gelassen
11.11.2011 | 22:45 Uhr 2011-11-11T22:45:00+0100
Lünen. Die beiden Schülerjurys vergeben Preise in Höhe von jeweils 2500 Euro.
Für einige bedeutet das Kinofest natürlich auch Arbeit. Meist aber eine, die Spaß macht. So wie bei den Schülerjurys 10+ und 16+, die sich am Freitag erstmals in die Kinosessel und in die anschließende Filmdiskussion mit ihren Mentoren warfen. Die 10+ Jury von Schauspielerin Julia Schmidt begann mit dem Märchen „Die Sterntaler“, dem ersten der vier Filme aus dem „Rakete-Wettbewerb“, die die Gruppe sichtet. „Ich habe nicht nur darauf geschaut, ob mir der Film gefällt, sondern ob er auch anderen Menschen gefallen könnte“, beschrieb Jurymitglied Andreas (15) seine neue Blickweise auf den Film nach seiner Taufe als Kritiker.
Kollegin Paula Busch (12) spielte schon die Pippi Langstrumpf bei der Freilichtbühne in Werne, darin sieht sie als Kritikerin aber keinen Vorteil. „Theater und Film sind etwas ganz anderes.“ Sie könnte es sich aber ebenso wie Jurykollegin Romina (12) vorstellen, Schauspielerin zu werden.
Inga (14) achtete auch auf Fehler und Stellen, „an denen man es besser hätte machen können.“ Nils (10) fand es sehr gut, dass Produzentin Uschi Reich nach dem Film Fragen des Publikums beantwortete.
Circa 15 Minuten dauert jede Nachbesprechung eines Films. „Die große Endabstimmung ist dann viel länger“, so Mentorin Julia Schmidt. Dass es dann immerhin um die jeweilige Verteilung von 2500 Euro geht, ist für Fabian (12) kein Thema: „Erst einmal ist es wichtig, dass wir die Filme beurteilen. An den Preis denke ich gar nicht.“
Für die von Schauspieler Fabian Busch betreuten 16+ Plus „Maxikritiker“ gab es schon am ersten Arbeitstag gleich dreifach was auf die Augen. Mit den Spielfilmen „Ameisen gehen andere Wege“, „Kriegerin“ und dem Dokumentarfilm „Berg Fidel“ warteten nicht nur völlig verschiedene Genres und Themen auf die Jury, sondern Filme, die berühren und bewegen -- eine Gefühlsachterbahn, die erst einmal verdaut werden muss. Dazu stehen beim Kinofest noch vier weitere Filme aus dem Lüdia-Wettbewerb auf dem Juryprogramm der 16+.
Man darf jedenfalls gespannt sein, wie die beiden Jurys entscheiden werden. Beim letzten Kinofest hatte diese nämlich eine ganz andere Meinung als das Publikum, das für die Lüdia und die Rakete zwei andere Filme wählte.
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