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Kunst und Kultur

Momentaufnahmen von Struktur und Chaos

14.04.2010 | 17:33 Uhr
Momentaufnahmen von Struktur und Chaos

Lünen. Sie sind befreundet und sie sind beide mit Lünen verbunden. Es gibt also einige Gemeinsamkeiten zwischen den Künstlern Markus Wengrzik und Kuno Hermanns. Ihre Werke allerdings könnten verschiedener kaum sein.

Gerade der Kontrast ist es jedoch, der für beide den Reiz ausmachte, nach Jahren künstlerischen Schaffens erstmals eine gemeinsame Ausstellung zu machen. Eröffnet wird sie am Sonntag, 18. April, um 11 Uhr in der Stadtgalerie.

Info
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Bis zum 14. Mai

  • Die Ausstellung wird am Sonntag, 18. April, um 11 Uhr in der Stadtgalerie im Hansesaal eröffnet.
  • Sie ist bis zum 14. Mai, montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 12.30 Uhr, zu sehen.

Markus Wengrzik, 1964 in Lünen geboren, ist Architekt und Lehrer für Gestaltungstechnik. Sein Beruf hat mit Konstruktion zu tun, mit Gesetzmäßigkeiten. „Die Kunst ist der Gegenpol dazu”, sagt Wengrzik. „Sie ist eine freie Sache. Hier erfinde ich die Gesetzmäßigkeiten meiner Bilder selbst.” Auf seinen Leinwänden treffen Struktur und Chaos aufeinander. „Es gibt geplante Linien, aber auch nicht geplante Farbverläufe. Es gibt das, was ich vorhabe und das, was einfach passiert.” Wengrzik lässt geschehen, er lässt seine Bilder wachsen. „Sie sind keine fertigen Werke, sondern eine Momentaufnahme eines angehaltenen Entstehungsprozesses.” Um sie zu erschaffen, nutzt er Acryl- und Ölfarben, Eisenpigmente, Sprühlack, Bleistift. Er schüttet, spritzt, kleckst die Farbe. Immer wieder finden sich Textcollagen – vorzugsweise Passagen aus Büchern des Regisseurs Derek Jarman. Und auch das Ei spielt eine wichtige Rolle – als Symbol für den Ursprung des Lebens.

Markus Wengrzik

Kuno Hermanns „Bilderbogen” spiegelt einen gänzlich anderen Stil wider. Seine Werke sind größtenteils streng geometrisch aufgebaut – Hermanns ist gelernter technischer Zeichner, schätzt schon von berufswegen die Ordnung, die Struktur. Kleinste Punkte aus Wasserfarbe oder Aquarell fügen sich zu Linien, zu Kreisen, zu einem großen Ganzen, das in kräftigen Farben strahlt. „Die Skizzen habe ich im Kopf. Um sie alle umzusetzen, müsste ich wohl 200 Jahre alt werden”, sagt Hermanns, der seit 1972 in Lünen lebt. Wenn er seine Ideen auf Karton bannt, dann stets mit musikalischer Untermalung. „Das gehört für mich zusammen. Ich denke in Bildern und Musik.”

Daniela Thamm

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