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Berufsorientierung

Mit Spaß Ernst des Lebens erkunden

09.03.2010 | 18:34 Uhr

Lünen-Süd. Sie werkelten, standen stramm und warfen sich Dachpfannen zu – die Achtklässler der Käthe-Kollwitz–Gesamtschule hatten gestern alle Hände voll zu tun.

Bei einem Berufsorientierungsparcours in der Mensa konnten sie an 24 Stationen ihre Fertigkeiten in verschiedenen Bereichen praktisch erproben.

„Das ist kein Kompetenzcheck. Die Schüler sollen einfach erfahren, was in den einzelnen Berufen von ihnen erwartet wird, wie Fingerfertigkeit oder Kraft”, erklärte Maria Kestermann von der „Regionalen Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien” (RAA), die den Parcours bereits in anderen Schulen im Umkreis gestellt hatte.

„Über einen Zeitungsartikel habe ich von dem Projekt erfahren und fand die Idee toll”, erzählt Thomas Menzel, Koordinator für Studien- und Berufsorientierenung an der Kollwitz-Gesamtschule. „Die guten Erfahrungen, die die Kollegen aus anderen Schulen an uns herantrugen, kann ich nur bestätigen. Die Stationen regen das Interesse der Schüler sichtlich an.”

Eine Behauptung, die Achtklässlerin Michelle Wilking widerum nur bestätigen konnte. Obwohl ihr Berufswunsch Grundschullehrerin bereits feststeht, konnte sie aus den Stationen einige Anregungen ziehen: „Beim Stillstehen wie ein Bundeswehrsoldat muss man genauso viel Geduld haben, wie mit Kindern.” Ihre Freundin Janina Lorenz interessierte sich besonders für die technischen Stationen. „Eigentlich habe ich mich nie für solche Berufe interessiert, aber die Winkelmontage hat mir echt Spaß gemacht. Es ist toll, mal auszuprobieren, worin man gut ist.” Auch Holzarbeiten, Inventurabläufe oder das Formen von Rosen aus Knete stand auf dem Programm. „Wie ein Konditor die Verzierungen auf einer Torte macht,” erklärte Janine den Sinn der Übung. Für offen Fragen standen Helfer der RAA parat.

Die Berufsorientierung hält Thomas Menzel gerade in diesem Alter für sehr wichtig: „In der kritischen Phase der Pubertät schieben die Jugendliche Dinge gerne von sich weg. Nichtsdestotrotz stehen sie vor wegweisenden Entscheidungen, die ihre Zukunft betreffen. Das muss man ihnen klarmachen und ihnen Wege aufzeigen.”

Ein Vorhaben, welches die Schule in ihrem Projekt „Lebensträume” in dieser Woche mit mehreren Aktionen angeht. Neben dem Parcours, der in Workshops noch nachgearbeitet wird, stehen Betriebsbesichtigungen, Bewerbungstrainings und die Auseinandersetzung mit den Themen „Mein Lebenstraum” und „Was kostet das Leben” im Unterricht an. Anfang Juni wird außerdem das Berufsorientierungsbüro, mit Unterstützung der Initiative „Zukunft fördern”, eröffnet.

Julia Katharina Kirstein

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