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Mit der Chipkarte zum Verstorbenen

23.07.2007 | 06:33 Uhr

Lünen-Süd. (kes) Angehörige von Verstorbenen erhalten künftig auf dem Kommunalfriedhof Lünen-Süd von der Friedhofsverwaltung eine Karte mit Chip und können von dem Toten in einer Kühlzelle Abschied nehmen, ohne dass Personal vorhanden sein muss.

Dies ist eines der Vorschläge zum zeitgemäßen Umbau der Friedhofseinrichtungen aus der Abteilung Stadtgrün, die Thomas Herkert gestern vorschlug. Auf einem Ortstermin auf Einladung der SPD-Oberbecker mit dem Vorsitzenden Jens Hebebrand und Ratsvertreter Achim Schwarz berichtete ZGL-Betriebsleiter Dieter Kasprowiak, dass 150 000 Euro im Vermögensplan stehen und die Friedhofsgebäude sowohl saniert als auch nach dem zeitgemäßen Bedarf zugeschnitten werden sollten. Dabei könne weniger auch mehr sein.

Thomas Herkert schilderte, dass kein Sezierraum mehr benötigt werde, dass der zen-trale Kühlraum überflüssig sei, dass drei Kühlzellen ausreichen würden und die Angehörigen Karten mit Chips erhalten könnten, die zeitlich befristet seien. Bisher müsse Personal dort sein, das die Toten herausfährt, dann würden die Angehörigen Abschied nehmen, danach müssten die Toten wieder hinein gefahren werden.

Die Bestatterfirmen würden mit ihren eigenen Räumen dem öffentlichen Friedhofsbetrieb Konkurrenz machen. Herkerts radikalster Vorschlag beim Ortstermin war der Abriss der viel zu großen Trauerhalle und Neubau einer kleineren Halle im Anschluss an die bestehenden Gebäude. "Wir haben nur selten so große Beerdigungen, dass die jetzige Halle gefüllt ist", sagte Herkert. Der große Komplex sei schlichtweg defizitär, schließlich müsse an die ZGL Miete bezahlt werden.

Eventuell werde auch ein Kolumbarium gebaut, wie dies auf dem Kommunalfriedhof in Altlünen in diesem Jahr geschehe. Die Politik müsse aber darüber entscheiden, was letztlich realisiert werde.

In Lünen-Süd gibt es wie in Altlünen und Brambauer jeweils rund 250 Beerdigungen im Jahr, berichtete Thomas Herkert.

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