Merkels Besuch als positives Signal für Stadtwerke
27.08.2010 | 11:57 Uhr 2010-08-27T11:57:00+0200
Lünen.Werbung in eigener Sache und dies bei Deutschlands Regierungschefin konnte gestern der Stadtwerke-Verbund Trianel machen. Bundeskanzlerin Angela Merkel legte auf ihrer Energiereise einen einstündigen Stopp auf der Kraftwerksbaustelle am Stummhafen ein.
Er habe den Eindruck, die Botschaft, die man übermitteln wollte, sei angekommen, erklärte Kohlekraftwerks-Geschäftsführer Manfred Ungethüm nach der knapp einstündigen Besichtigung, bei der er Angela Merkel persönlich über den Kraftwerksbau und die Technologie darin informierte. Welche Schlüsse Merkel daraus ziehe und wie sich das später im Energiekonzept der Bundesregierung widerspiegele, sei eine andere Sache, so Ungethüm.
Laufzeitverlängerung
Dass sie von Laufzeitverlängerungen nicht abrücke, machte die Bundeskanzlerin gestern auch in Lünen deutlich. Kernkraft und Kohlekraft seien wichtige Brückentechnologien, erklärte sie.
Sven Becker, Sprecher der Trianel-Geschäftsführung, nutzte die Gelegenheit zum Abschluss des Besuches, erneut die Forderung des Verbandes kommunaler Unternehmen, der die Interessen von 1380 kommunalwirtschaftlichen Unternehmen wie Trianel vertritt, deutlich zu machen: Wenn schon Laufzeitverlängerungen für die Großen, dann nur bei gleichzeitig wettbewerbsausgleichenden Maßnahmen für die Kleinen. Sonst seien Stadtwerke-Verbunde wie Trianel nicht in der Lage, gegen den billigen Strom aus den Meilern anzukommen. Das träfe deren gesamten Investitionen – vom Kraftwerksbau bis zu den Erneuerbaren Energien.
Wichtiges Signal
Und doch: Der Besuch sei ein wichtiges Signal für Wettbewerb und für Effizienz in der Stromerzeugung, ließ Trianel wissen. Zumal die Kanzlerin gestern betonte, sich bewusst für den Besuch des Trianel-Kraftwerks, also einer Investition eines Stadtwerke-Verbundes, entschieden zu haben.
Sven Becker begrüßte „die Überlegungen der Bundesregierung, mit einem fundierten Energiekonzept Planungssicherheit für die Energieversorger und ihre Kunden zu schaffen. Die Kanzlerin ihrerseits lobte die Modernität der Anlage („das sieht recht gut aus“) und dass auf dem Gelände, „das früher wenig genutzt wurde“, mit dem Kraftwerk etwas entstehe, „von dem die Region profitiert.“ „Das ist ein interessanter Teil des Industriestandortes Lünen“, so Merkel am Ende ihrer Tour. Dort auch überreichte ihr Sven Becker als Abschiedsgeschenk ein Foto, das Störche vor der Kraftwerkskulisse zeigt. Der Schnappschuss entstand im August 2009.
Den Motiv-Tipp gab damals übrigens Grünen-Ratsherr und Kraftwerksgegner Ingbert Kersebohm.
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