Mehr als nur ein Raum aus Stein
14.04.2010 | 17:28 Uhr 2010-04-14T17:28:00+0200Lünen. Sie ist der Ort, wo Menschen für das Heil ihrer Angehörigen beten, wo Patienten nach überstandener OP eine Kerze zum Dank anzünden - ein Ort, den man aufsucht, um innezuhalten, auch um seinen eigenen Weg zwischen Gesundheit, Krankheit und Tod auszuloten.
Die Kapelle im St.-Marien-Hospital ist mehr als nur aus Stein. Sie ist ein Raum der Spiritualität - seit genau 25 Jahren.
Das Jubiläum wird gefeiert. Selbstverständlich. Gemessen an der Bedeutung des Ortes jedoch eher bescheiden, wie das ökumenische Seelsorgeteam mit Schwester Albinis, Diakon Dr. Hermann Opgen-Rhein und dem evangelischen Pfarrer Hartmut Gluche gestern erklärte.
Und doch, mit vier Veranstaltungen möchte man sich in dem katholischen Krankenhaus der Frage nähern, wofür der spirituelle Raum der Krankenhauskapelle stehe und was es heißt, dass ein christliches Krankenhaus mehr will, als nur medizinische, pflegerische und kaufmännische Probleme zu lösen. Dies soll ausdrücklich im Dialog mit Patienten, Mitarbeitern, Ehrenamtlichen und allen Lünern geschehen. Alle vier Jubiläumsveranstaltungen, denen die bezeichnenden Begriffe „Feiern”, „Schauen”, „Denken” und „Hören” zugeordnet wurden, finden in der Kapelle statt und sind öffentlich.
Der Festgottesdienst zum Auftakt wird am Weihetag, Freitag, 16. April, um 14 Uhr, gefeiert. Die Predigt wird Prof. P. Dr. Michael Plattig aus Münster halten, Superintendent Winfried Moselewski ein Grußwort des Evangelischen Kirchenkreises überbringen.
Zu Schauen gibt es beim geistlichen Abend am Dienstag, 20. April, um 18.30 Uhr. Patientenbilder aus der Kunsttherapie des Klinikums stehen im Mittelpunkt, sind Ausgangspunkt für Gedanken rund um das Erleben von Krankheit, um den Umgang damit. Pfarrerin Thea Kress aus Sonthofen wird in das Thema einführen, auch Kunsttherapeutin Dr. Isabelle Wenge aus Lünen und ehemalige Patienten, die ihre Bilder zur Verfügung stellten, sind mit dabei.
Zum „Denken” anregen soll auch der Vortrag mit dem Fragezeichen im Titel: „Das Klinikum Lünen - ein Wirtschaftsunternehmen mit christlichen Grundsätzen?” Prof. Dr. Michael Fischer aus Münster wird den Grat zwischen christlichem Anspruch und kaufmännischem Zwang beleuchten. Die Veranstaltung mit Diskussion findet am Mittwoch, 21. April, um 16 Uhr statt.
„Hören” heißt es zum Abschluss am Freitag, 23. April, ab 19 Uhr. Es handelt sich um ein Vortragen von Texten bekannter Autoren, die sich allesamt mit Krankheit auseinandersetzten. „Dem Kranksein eine Sprache geben” lautet der Titel, durch musikalische Pausen in angemessenen Dosen portioniert. Den Abend gestalten Günter Rohkämper-Hegel aus Münster und das Albeniz-Gitarrenduo Anja Witt und Michael Burczyk aus Lünen.
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