Malen nach Zahlen bringt Ordnung ins Chaos: Kenters konkrete Kunst
23.02.2009 | 19:12 Uhr 2009-02-23T19:12:07+0100Lünen. (fsk) "Geordnetes Chaos - Konkrete Strukturen" ist der Titel der Ausstellung mit Werken des Lüdenscheider Künstlers Peter Kenter, die am Freitagabend in der Hauptstelle der Sparkasse Lünen eröffnet wurde.
Sparkassen-Vorstandsmitglied Bernhard Schreiter konnte bei der Eröffnung etwa 50 kunstinteressierte Lüner begrüßen. Diesen versprach Schreiter, dass sie ein spannendes Kunstthema erwarte: die Verbindung von Mathematik und Kunst. Peter Kenter hat lange als Mathematiklehrer gearbeitet und entwickelte nebenbei eine große Leidenschaft für die Kunst. Als sein Interesse an dem Hobby immer größer wurde, nahm er parallel zu seinem Beruf ein Kunststudium an der Universität Dortmund auf. Seit 2003 wandte er sich konsequent der sogenannten "konkreten Kunst" zu, die mathematisch geometrischen Konzepten folgt. Seine Werke haben damit nicht nur ästhetische Ziele, sondern wollen auch mathematisch-logische Denkprozesse sichtbar machen. Dabei entstehen oft "eigenartige, faszinierende, rätselhafte Gebilde, die manchmal auch eine Täuschung des Sehens erzeugen", wie es der Kunstexperte und frühere Kulturdezernent von Gelsenkirchen H. Peter Rose in seiner Einführungsrede formulierte.
Die technische Perfektion der Werke sei dabei dem geistigen Entwurf ebenbürtig. In der Ausstellung zu sehen ist zum Beispiel das kuriose Bild "Millioneneck", das auf einer ein mal ein Meter großen Fläche eine geometrische Figur mit einer Million Ecken und einer Außenlänge von einem Kilometer zeigt.
Viele der meist quadratischen Werke Kenters weisen serielle Anordnungen von geometrischen Figuren auf und sind auf die Farben Schwarz, Weiß, Blau, Gelb und Rot beschränkt. Der Lüdenscheider Künstler plant jedes seiner Werke bis ins kleinste Detail am Computer. Trotzdem sind die Ergebnisse auch für ihn nicht komplett vorhersehbar: "Für mich ist es immer wieder spannend, welche Wirkung die Bilder bei der Realisierung auf Grund der Formatwahl haben", erläuterte Kenter.
Für die musikalische Untermalung der Ausstellungseröffnung sorgte der Konzertakkordeonist Dr. Maik Hester mit "rationalen Melodien" des Komponisten Tom Johnson, der seine Kompositionen - ähnlich wie Kenter seine Bilder - auf mathematische Systeme aufbaut. Das klang zwar zumindest gewöhnungsbedürftig, passte aber gut zu den Werken Peter Kenters, die ebenfalls strengen Regeln folgen.
Die Ausstellung "Geordnetes Chaos - Konkrete Strukturen" ist noch bis zum 30. März zu den normalen Öffnungszeiten der Sparkassen-Hauptstelle zu sehen.
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