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„Lustspill” in plattdeutscher Sprache

11.01.2009 | 16:01 Uhr

Westfälische Charakterköpfe, Situationskomik und münsterländisches Plattdeutsch sind die Zutaten, aus denen Mathilde Mens und die Kolpingspielschar Cappenberg ihre Version von „De Verschriewung” zusammengestellt haben.

Für Samstag, 17. Januar, laden die Laiendarsteller um 15 Uhr Kinder ein, die Generalprobe im Schlosstheater kostenlos zu verfolgen.

28 Mal haben sich die zwölf Akteure der Kolpingsspielschar schon für die Probenarbeit getroffen, seitdem die Entscheidung im September 2008 auf „De Verschriewung” gefallen war. Fünf Abende allein verbrachten die Laienschauspieler damit, die plattdeutsche Komödie zu lesen und zu verstehen. „Mit dem Stück möchten wir unseren Beitrag dazu leisten, das traditionelle westfälische Platt ins Jahr 2009 hinüber zu retten”, sagt Regisseurin Mens.

Im Mittelpunkt von Heinrich Behnkens „Lustspill” steht der Jungbauer Bärnd Heitkamp. Er ist ein eingebildeter Kranker und zugleich Erbe eines Bauernhofes im Münsterland. Die intrigante Verwandtschaft macht Heitkamp das Leben mit Hilfe von der Kurpfuscherin „Prümers Treisken” sowie mit Heiratsspekulationen schwer. Afgewen oder freen? Der Streit um diese Frage verspricht zweieinhalb Stunden unbeschwerter Unterhaltung.

Wer aus dem erbitterten Kampf um das Gehöft als Sieger hervorgehen wird, und wer erfolglos vom Hof abziehen muss - das erfahren die Zuschauer der Premiere am Samstag, 24. Januar, um 19.30 Uhr im Schlosstheater. Bis dahin machen sich die zwölf Akteure schon mit dem Saal auf dem Anwesen der gräflichen Familie vertraut. Nach der Probe am vergangenen Samstag folgen in dieser Woche noch zwei Abendproben für „die Feinarbeit”. „Die Abläufe auf der Bühne zu koordinieren, ist harte Arbeit für mich und die ehrenamtlichen Schauspieler”, berichtet Mathilde Mens. Die Kulisse sei fast fertig, nur „Gardinen und ein paar andere Liebenswürdigkeiten” fehlten noch, erklärt Mens.

Die Kolpingspielschar hatte „De Verschriewung” bereits 1965 zur Aufführung gebracht. Drei Darsteller der damaligen Inszenierung sind auch bei den aktuellen Proben wieder dabei: Ferdi Hoeltmann, Wilma Dietze und Heinz Westermann. „Die Kolpingspielschar besteht seit über 80 Jahren. Immer wieder stoßen junge Leute dazu, sie sind wahre Kostbarkeiten für den Fortbestand des Ensembles”, sagt Mathilde Mens. „De Verschriewung” verfasste der 1860 geborene Lehrer und Dramaturg Behnken schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Rainer Schepper übertrug die Komödie in drei Akten in das münsterländische Plattdeutsch.

Restkarten gibt es noch für die Vorstellung der Kolpingspielschar am Samstag, 7. Februar. Beginn ist um 17 Uhr im Bürgerhaus Selm.

Ulrike Hendan

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