Lüner Scharoun-Bau wird saniert
08.01.2008 | 19:41 Uhr 2008-01-08T19:41:54+0100Lünen. Die Wüstenrot-Stiftung nimmt den Lüner Schulbau von Hans Scharoun in ihr Denkmalprogramm auf - und rettet die weltberühmte Architektur damit vor dem Verfall: Genau 50 Jahre nach der Einweihung des damaligen Gymnasiums wird die heutige Gesamtschule
... saniert. "Wir werden sehr konkret werden können", kündigt Georg Adlbert, Geschäftsführer der Stiftung, für einen Termin Ende Januar an. Dann sollen die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie (wir berichteten) und die weitere Planung für die denkmalgerechte Sanierung des Gebäudes an der Holtgrevenstraße veröffentlicht werden. Das Medieninteresse an dem Lüner Projekt sei auch überregional groß, so Adlbert. In der Aula der Scholl-Gesamtschule wolle die Stiftung mit den beteiligten Architekten und Bauexperten sowie Vertretern von Schule und Stadt Details zu dem Vorhaben präsentieren.
Die Nachricht von der Zusage sorgte im Scholl für "riesige Freude", sagte Schulleiter Heinrich Behrens auf Anfrage. "Das Engagement der Wüstenrot-Stiftung ist ein einzigartiger Glücksfall für Lünen und für das Kulturerbe der Stadt." In der "Revitalisierung des bedeutenden Denkmals, dessen spätere Nutzung gewährleistet sein muss", wie die Zielsetzung des Denkmalsprogramms heißt, hat die Schule laut Behrens einen festen Platz. "Die Architektur ist integrativer Bestandteil unseres Lehrens und Lernens, sie wird von Schülern und Lehrern erlebt und belebt", erklärte er. "Und das haben wir gut vermitteln können." Vertreter der Geschäftsführung und des wissenschaftlichen Beirats hätten vor Ort Scholl-Schüler und -Lehrer über ihr Verhältnis zur Bauweise Hans Scharouns befragt.
Der Architekt (1893-1972), dessen berühmtester Bau die Philharmonie in Berlin ist, stellte die Menschenfreundlichkeit in den Mittelpunkt seines Schaffens. Klassenwohnungen waren zentrales Element seiner Architektur in Lünen. "Durch die Schule wie durch die Familie soll der Umstand gefördert werden, dass die Erde eine gute Wohnung sei und wird", sagte Hans Scharoun zur Einweihung des Geschwister-Scholl-Gymnasiums am 13. Juni 1958.
Die Wüstenrot-Stiftung hat bereits das von Scharoun gebaute Wohnhaus Villa Schminke in Löbau saniert und als Museum geöffnet.
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