Lünen will Forensik mit Naturschutz-Argument verhindern
26.10.2012 | 12:39 Uhr 2012-10-26T12:39:00+0200
Lünen. 300 Menschen kamen am Freitagvormittag auf den Rathausnebenplatz, um gegen die Entscheidung der Landesregierung zu protestieren, eine Forensik in Lünen zu errichten. Am Samstag wird eine Bürgerinitiative gegründet. Ein mögliches Gegenargument der Protestler: der Naturschutz.
Die Bürgerinitiative gegen eine Forensik (BI) in Lünen ist beschlossene Sache. Sie wird am Samstag in nicht-öffentlicher Sitzung gegründet.
Damit mündet der Protest von Anwohnern und Bürgern gegen die Entscheidung der Landesregierung, auf der Zechenbrache Victoria I/II eine forensische Einrichtung für 150 psychisch kranke Straftäter zu errichten, in eine organisatorische Form. Zu der Bürgerveranstaltung am Freitagvormittag auf dem Nebenplatz des Rathauses kamen rund 300 Menschen.
Der Widerstand gegen die Entscheidung der Landesregierung, auf Victoria I/II in Lünen eine Forensik zu errichten, nimmt weiter Formen an. Die Siedlergemeinschaft Barbara hat sich mit einem offenen Brief ans NRW-Ministerium gewandt. Zudem fand eine Info-Veranstaltung für die Bürger statt.
Die CDU hatte dazu eingeladen, ihr Ratsherr Michael Zawisch aber betont, dass die BI ausdrücklich überparteilich und offen ist. „Dies ist keine Parteiveranstaltung, sondern eine reine Bürgerveranstaltung. Politik macht aber mit und steht an ihrer Seite“, so Zawisch. An der Veranstaltung am Rathaus hatten auch Vertreter von SPD, GFL, Linke, FDP und UWS teilgenommen.
Rechtliche Schritte brauchen Geld
CDU-Ratsherr und Rechtsanwalt Karsten Niehues machte die Bedeutung des organisierten Protestes deutlich. Neben dem Ziel, politischen Druck auf die Landesregierung auszuüben, gehe es vor allem um das Ausschöpfen rechtlicher Möglichkeiten gegen die Forensik-Entscheidung. Das gehe nicht ohne rechtlichen Beistand, und dafür braucht’s Geld. Um das sammeln zu können, wird die Bürgerinitiative ein eingetragener Verein. Für eine Mitarbeit erklärten sich spontan Hubert Tenberge und Dirk Hartmann von Pro Lünen sowie Dieter Mendrina von der Siedlergemeinschaft Barbara bereit.
Einer Klage über das Baugesetzbuch räumt Niehues wenig Chancen ein. Paragraf 37 spreche dem Land schwer anfechtbare Entscheidungskompetenzen zu. Schon die Stadt Herne hatte damit schlechte Erfahrung gemacht und nach acht Jahren Prozess letztendlich ihren Kampf gegen eine Forensik in der Stadt verloren. „Grundsätzlich ist aber alles beklagbar“, so Niehues.
Der Rechtsanwalt empfiehlt vielmehr den Weg über das Naturschutzgesetz. Sollte der Forensik-Bau in Nähe der Lippeaue den Naturbestand gefährden, könne das Vorhaben möglicherweise verhindert werden. Niehues rief die Anwohner dazu auf, die Bürgerinitiative durch Beobachtungen und Aufzeichnungen von Tier- und Pflanzenbeständen für ihren Kampf zu munitionieren.
Verwaltung gegen Forensik
Für juristisch unbedenklich bewertet Niehues die Mitarbeit in einem Planungsbeirat für die Forensik, der erfahrungsgemäß vom Landschaftsverband gebildet wird. Dort mitzumachen, biete die Chance zur Mitgestaltung bei der Sicherheitsausstattung der Einrichtung und könne juristisch auch nicht als Einverständnis mit der Landesentscheidung ausgelegt werden.
Bürgermeister Hans Wilhelm Stodollick nutzte die Gelegenheit, noch einmal die Position des Rathauses darzulegen. Die Verwaltung habe sich in der Vergangenheit wie auch nach Bekanntwerden der Entscheidung eindeutig gegen eine Forensik in Lünen ausgesprochen . „Wir werden unsere Bedenken noch weiter qualifizieren und alle rechtlichen Mittel prüfen.“ Die Stadt hatte bereits angekündigt, NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens bei ihrem Besuch in Lünen am Dienstag, 30. Oktober, noch einmal alle Argumente vorzutragen.
Während der Veranstaltung wurden auf dem Rathaus-Nebenplatz weitere Unterschriften gegen die Forensik gesammelt. Die Siedlergemeinschaft Barbara hatte die Aktion initiiert. Eine eigene Bürgerinitiative, wie von den Siedlern angedacht, wird es nicht geben. „Wir müssen alle an einem Strang ziehen“, erklärte der SG-Vorsitzende Dieter Mendrina.
08:08
Erbaermlich | #9
Alle die so etwas fordern, gehören genau dort hin .....
20:38
Verstehe die Diskussion nicht. Auf dem Nordpol ist ausreichend Platz. Bau das Ding dort hin.
20:14
Straftäter sind ja wohl alle psychisch krank.
19:41
Ich hoffe das Lünen erfolg hat. Warum wird die Forensik denn nicht in Düsseldorf neben dem Landtag errichtet?
19:05
Gutes Argument - hilft bisher bei fast allem in Deutschland Fortschritt zu verhindern - mal sehen ob das hier auch funktioniert.
18:20
Alle krankhaften Lünener nach Lünen; am besten ohne Zäune. Ba pfui.
17:28
Wenn das Land clever ist bietet man alternativ die Einrichtung einer Asyleinrichtung an , mal sehen was der Bürger für bedrohlicher hält.
17:04
Nicht dass jetzt Juchtenkäfer, Feldhamster und Fledermäuse platziert werden ...
17:02
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16:48
Wenn die NRW Regierung nachgeben würde, könnte sie nirgendwo mehr so ein Projekt bauen. Der Kampf ist also sinnlos, und kostet nur Geld.
Letztendlich kann man ja nicht Straftäter auf den Mars transportieren.
Also, das mit dem Marstransport.... rein technisch gesehen.... :D