Leuchtende "Hairat" auf der eiskalten Lippe
15.12.2008 | 10:32 Uhr 2008-12-15T10:32:00+0100
Rund 150 Schwimmer in Neoprenanzügen wagten sich am Samstagabend für das 25. Fackelschwimmen in die Lippe. Zum Jubiläum mit dem Thema Silberhochzeit servierten befreundete Vereine dem Tauchsportclub Lünen leuchtende Torten und Hochzeitspaare - und unter anderem verliebte Haie...
Die ersten zwei Minuten in der unter zehn Grad kalten Lippe sind die schlimmsten - darin sind sich erfahrene Fackelschwimmer einig. „Das Wasser kriecht im Nassanzug hoch und erwärmt sich langsam”, erzählt Kay Hartmann, Mitglied und über mehrere Jahre Vorsitzender des Tauchsportclubs Lünen von 1976. Danach werde den Schwimmern mit ihren insgesamt 12 Flößen und dem Drachenboot wärmer als den Hunderten am Ufer. „Wir hier oben frieren stärker”, bestätigt Moderator und TSC-Vorsitzender Kurt Klare.
Mit Fackeln in der Hand lassen sich die Schwimmer treiben, singen und winken fröhlich und sehen dabei alles andere als unterkühlt aus. Die Lüner Taucher sind mit drei Flößen dabei, ihre Leuchtpyramide, bildet den Anfang des Zuges. Das zweite Floß haben die Mitglieder des Lüner Bobbycar-Clubs „Downhill” mitgebracht. Für die sieben Vereinsmitglieder in der Lippe ist das 25. Fackelschwimmen eine Premiere. Dafür haben sie schwimmtaugliche Plastikautos als Amphibienfahrzeuge an ein Floß gebunden. Ihr Einsatz bringt den Vereinsmitgliedern den Sonderpreis für Lüner Vereine.
Favorit der Juroren Katrin Hänsel vom TSC Lünen und der Weihnachtsmarkt-Vertreter Dirk Bellwon und Karin Philipps ist allerdings das achte Floß. Die Tauchsportgruppe Hellweg Unna stellt nicht nur den mit 66 Jahren ältesten Fackelschwimmer - auf ihrem Floß sitzt auch der jüngste Teilnehmer, der dreijährige Leon Hansel. Er darf Blumenkind für die zwei Haifiguren sein, die die Taucher gebastelt haben. Das „Hairaten auf der Lippe” beschert den Sportlern den Sieg. Zwei Rentiere, Kutscher Bruno und das Brautpaar Chantal und Paul haben die Mitglieder der Kreisgruppe der Deutschen Lebenrettungsgesellschaft (DLRG) zu Wasser gelassen. Ihr „Hochzeitsschlitten” belegt den zweiten Platz, auf dem dritten folgt eine drei Meter hohe Jubiläumstorte vom Tauchclub Maritim Borken. Das letzte Boot mit einer beleuchteten Tanne nennt Moderator Kurt Klare liebevoll den „Lumpensammler”. Er sieht in etwa so aus wie das - damals einzige - Boot beim allerersten Fackelschwimmen. „Vor 25 Jahren mussten wir uns am Theater durch die Büsche schlagen. Im Fluss haben wir 40 Mal die erste Strophe von „O Tannebaum” gesungen. Uns ist nichts anderes eingefallen”, so Gründungsmitglied Hartmann. Die Taucher freut vor allem, dass die Pläne für das Zentralbad Tauchtraining erlauben - das Fackelschwimmen 2009 ist damit gesichert.
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