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Endlich geht der Sommerleseclub wieder los

Leselust statt Langeweile

05.07.2012 | 20:07 Uhr
Leselust statt Langeweile
Eröffnung Sommerleseclub, Donnerstag, 05.07.2012, Stadtbücherei, Asena, 11 Jahre Foto: Günter Blaszczyk

Lünen.   Wer es schafft, in den sechs Wochen Ferien drei Bücher zu lesen, bekommt ein Zertifikat und eine lobende Erwähnung im Zeugnis.

Die Schüler der 5c der Realschule Altlünen waren die ersten: Fast 30 junge Leseratten standen gestern um Punkt 10 Uhr an der Startlinie in der Stadtbücherei. Endlich geht der Sommerleseclub wieder los.

Wer es schafft, in den sechs Wochen Ferien drei Bücher zu lesen, bekommt ein Zertifikat und eine lobende Erwähnung im Zeugnis. Wobei sehr viele Kinder die Drei-Bücher-Grenze in kürzester Zeit überqueren. „Wir sitzen am Samstag schon in der Bücherei, um die Kinder abzufragen“, sagt Michael Teichert vom Förderverein der Stadtbücherei. Denn damit das Buch im Leselogbuch vermerkt wird, müssen die jungen Leser ein paar Fragen über das Buch beantworten.

Die Abfrager – Mitarbeiter der Bücherei und zehn Fördervereins-Mitglieder – kennen natürlich nicht jedes Buch auswendig, haben aber ihre Tricks, doch möglichst viel von dem Kind zu erfahren. Etwa vom Klappentext oder vom kurzen Überfliegen. „Aber viele Kinder müssen wir regelrecht stoppen, weil sie uns alles erzählen können“, sagt Bibliothekarin Anna Kaiser, die das Projekt betreut. Manche Kinder seien aber auch schüchtern und müssen herausgefordert werden.

Leseclub für Grundschüler

Bis gestern haben sich 100 Kinder für den Sommerleseclub angemeldet. Erstmals dabei sind Grundschüler, die im Junior-Leseclub lesen dürfen. „Wir hatten im Vorjahr viele enttäuschte Kinder, die nicht mitmachen durften, weil sie zu jung waren“, sagt Kaiser. Der neue Club hat noch einen weiteren Vorteil: Ältere Schüler, die noch nicht so gut lesen, können mit leichteren Büchern Erfolge erzielen, während gute junge Leser schon in der Jugendbibliothek zugreifen können.

Denn trotz Zertifikat und Zeugnis-Erwähnung steht vor allen Dingen der Spaß am Lesen im Vordergrund, betont Michael Teichert vom Förderverein. „Wir wollen alle Kinder für die Bücherei begeistern“, sagt er. Im vergangenen Jahr waren etwa 50 Kinder des Sommerleseclubs noch keine Bücherei-Mitglieder und einige sind dabei geblieben. „Viele wissen einfach nicht, dass eine Bücherei für Kinder umsonst ist“, sagt Teichert. Das müsse in einer Welt, in der immer alles kosten würde, einfach in alle Köpfe rein.

Auch der Sommerleseclub ist keine Veranstaltung ohne Kosten. Aber die Sparkasse unterstützt den Sommerleseclub und der Förderverein steckte 1000 Euro speziell in den Junior-Leseclub. Davon gab es 350 neue Bücher und eine Abschlussparty. Als Überraschung übergab der Förderverein beim Start auch noch einen Fotoapparat an Anna Kaiser, damit sie den Sommerleseclub dokumentieren kann.

Von Tobias Kestin



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