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St. Marien-Hospital

„Leseinsel“ bietet Fremdsprachenliteratur

23.11.2010 | 19:35 Uhr
„Leseinsel“ bietet Fremdsprachenliteratur
Krankenhaussseelsorger Dr. Herrmann Opgen-Rhein in der Krankenhaus-Bücherei. Foto: Ingo Neubold

Lünen.Vor rund drei Jahren wurde sie eröffnet und soll seitdem eine „Insel im Krankenhausalltag darstellen“, sagt Dr. Hermann Opgen-Rhein, Seelsorger im St.-Marien-Hospital. 1600 Medien hat die hauseigene Bücherei für ihre Patienten im Angebot. Hinzugekommen sind nun auch 55 fremdsprachige Werke.

„Die meisten Patienten mit Migrationshintergrund können sich zwar in der deutschen Sprache ausdrücken, beim Lesen greifen sie aber dann lieber zu einem Buch in der Muttersprache“, so Opgen-Rhein. Zu den Neuanschaffungen zählen Werke in polnischer, russischer und türkischer Sprache. Bei dem Großteil handle es sich um Romane. Die Kosten von rund 1000 Euro kommen, neben der Grundfinanzierung, die das Krankenhaus selber aufbrachte, vom Bistum Münster.

„Damit es beim Ausleihen keine Probleme gibt, haben wir uns Zettelchen auf deutscher Sprache in die Bücher gelegt. So wissen wir wenigstens worum es inhaltlich geht“, erklärt Opgen-Rhein mit einem Lächeln.

Reiseführer und Kochbücher beliebt

Zehn ehrenamtliche Mitarbeiter sorgen im Wechsel dafür, dass die Patienten täglich mit Literatur versorgt werden. Wer nicht in die „Leseinsel“ im hinteren Bereich des Erdgeschosses kommen kann, wird mit einem Bücherkarren im Zimmer beliefert.

„Der Alltag in Krankenhäusern ist sehr durchrationalisiert. Einrichtungen wie die Bücherei bringen wieder etwas Menschliches hinein. Sie sorgen dafür, dass die Patienten abschalten können“, sagt der Seelsorger. Auch über Hörbücher verfügt die „Leseinsel“. Besonders beliebt seien jedoch die Sachbücher. „Reiseführer und Kochbücher gehen besonders gut“, so Opgen-Rhein.

Ein wichtiger Aspekt, durch den sich die Krankenhausbücherei finanziert, seien außerdem die Buchspenden. „Viele treten nach Haushaltsauflösungen oder Aussortierungsaktionen an uns heran“, sagt der Seelsorger. Diese Spenden würden dann in Basaren verkauft, für einen Euro pro Kilogramm.

So können auch morgen von 10 bis 16 Uhr alte Schmöker in der Eingangshalle des St. Marien Hospitals erstanden werden.

Julia Katharina Kirstein

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