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4700 Flyer an Erstwähler...

Julis werben mit nackten Tatsachen

27.08.2009 | 21:30 Uhr

Im Wahlkampf und auch in der politischen Arbeit in Lünen sind die Julis bisher kaum in Erscheinung getreten. Seit gestern schlagen die Jungen Liberalen neue Töne an:

„Politik darf Dir nicht am Arsch vorbeigehen” heißt es auf ihren Flyern, die sie an alle Erstwähler der Stadt verteilten. Zu sehen ist der spärlich bekleidete Hintern einer Frau mit aufblitzendem Tanga.

„Das ist absolut unter der Gürtellinie” ärgert sich die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Gabriele Schiek über die Kampagne. Julis-Chef Julius Will sieht darin nichts Sexistisches oder Diskriminierendes. „Natürlich sind die Flyer provokativ. Sie sollen auch wachrütteln, Erstwähler motivieren und auf uns aufmerksam machen.” Auf der Rückseite stünden sachliche Informationen, die auf die Arbeit der Julis hinweisen. „Ich glaube, dass solch eine Art von Wahlkampf in der heutigen Zeit möglich sein sollte. Sonst sieht man doch nur die üblichen Köpfe auf den Plakaten.”

Rund 4 700 Erstwähler haben von den Julis Post in Form des Flyers erhalten. Bei den Jugendlichen selbst ist die Kampagne umstritten. „Ich finde das Bild nicht so berauschend. Ich weiß noch nicht ob ich am Sonntag wählen gehe und daran kann auch so ein Flyer nichts ändern”, sagt der 16-jährige Alexander Wiegas. Die gleichaltrige Franziska Mahler findet „es unmöglich, wenn solche sexuellen Motive mit Themen wie Politik in Verbindung gebracht werden. Ich werde die FDP dadurch bestimmt nicht wählen.” Als echten Hingucker bezeichnet indes Mathumai Duraicajaka (21) das Bild. „Es erregt auf jeden Fall Aufmerksamkeit – in positiver und negativer Hinsicht und damit wird dieses Bild bestimmt einen Einfluss auf das Wahlergebnis haben. Ich persönlich denke, dass der Hintern gerechtfertigt ist. Durch ihn wird schließlich ein wahrer Slogan an den Erstwähler vermittelt.”

Warum haben die Julis nichts mal einen Jungen in solch einer aufreitzenden Pose dargestellt, fragt die Gleichstellungsbeauftragte. „Eine halb nackte Frau als Sexualprojekt bedient Stereotype und gehört nicht in die Politik ”, so Schiek. Stattdessen sollte die Partei die Jugend mit Themen und Inhalten überzeugen.

In Bottrop hatte jüngst ein Plakat der Jungen Union für negative Schlagzeilen gesorgt: „Sex am Arbeistplatz ist geil ... ... leider haben 12 Prozent der jungen Bottroper keine Arbeit”

Carmen Thomaschewski und Julia Katharina Kirstein

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Kommentare
29.08.2009
13:26
Julis werben mit nackten Tatsachen
von Lünenwähler | #5

über die karte kann man streiten. viel bedenklicher erscheint mir jedoch, dass die gleichstellungsbeauftragte wahlkampf aus dem rathaus macht.

28.08.2009
15:17
Julis werben mit nackten Tatsachen
von Erstwähler | #4

scheint mir als würde die waz eine antistimmung verbreiten...

mir gefällt die kampagne.

28.08.2009
10:01
Julis werben mit nackten Tatsachen
von luenerbuerger | #3

Gibt es auf der Welt keine größeren Probleme als ein halbnackter Hintern?

Auf der Welt ja, aber wen interessiert schon die Welt? Wenn in Lünen ein Arbeitsplatz geschaffen wird, kann die Welt ruhig vor die Hunde gehen, können ruhig tausende Männer, Frauen und Kinder ersaufen oder anderenorts verdursten.

und für Lünen?
Die Gewerbesteuern senken (damit auch garantiert nichts für Lünen bleibt vom ganzen Drecksgeld), noch mehr Dreck ansiedeln und dann die Steuern weiter senken (damit auch garantiert wieder nicht bleibt für Lünen) und dann...

Das ist Freiheit (ohne Gleichheit und Brüderlichkeit)
Das ist, wie das Bild schön deutlich macht Politik
für den *****!

28.08.2009
00:30
Julis werben mit nackten Tatsachen
von peter lustig | #2

Doch ein Kraftwerk, dass von Herrn Thyen (früher Antenne Unna, jetzt Pressesprecher bei Trianel) als das modernste der Welt dargestellt wird, dass aber Feinstaub der Kategorie PM 2,5 nicht ausfiltert, sondern nur PM 10. PM 2,5 ist aber lungengängig und wird über den Blutkreislauf bis ins Gehirn transportiert. Elektrofilter reichen eben nicht, es müssen schon Schaumfilter eingebaut werden.
Es werden Pachtverträge gekündigt, so dass Firmen, die nicht für Trianel votieren, nicht weiterarbeiten können. Wieviele Arbeitsplätze werden durch dieses Kraftwerk noch vernichtet. Das alles soll Demokratie sein? Wo werden die 12314 berücksichtigt, die gegen das Kraftwerk gestimmt haben? Dabei wird im Wahlkampf doch die Parole da sein für alle, keinen vergessen verbreitet! Also Jungwähler bildet euch eure eigene Meinung

27.08.2009
22:23
Julis werben mit nackten Tatsachen
von spuckilein | #1

Gibt es auf der Welt keine größeren Probleme als ein halbnackter Hintern?

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