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Paul Kämpf züchtet...

Zimmergenossen auf acht Beinen

02.02.2010 | 17:40 Uhr
Zimmergenossen auf acht Beinen

Lünen. Viele Leute ekeln sich vor ihnen, nicht wenige haben sogar panische Angst und fast niemand möchte sie freiwillig in seiner Wohnung haben. Die Rede ist von Spinnen. Paul Kämpf (15) hingegen findet die achtbeinigen Netzakrobaten faszinierend.

Er hält nicht nur Vogelspinnen als Haustiere – er züchtet sie sogar. „Früher, als ich noch ganz klein war, hatte ich viel Spaß dabei, Tiere im Garten zu suchen und einzufangen. Nachdem ich auf einer Reptilienbörse war, habe ich mich genauer über Spinnen und deren Haltung informiert. Zu meinem 13. Geburtstag habe ich dann meine erste Spinne bekommen”, erzählt Paul.

Für seine Eltern sei es kein Problem gewesen, ihm seinen ungewöhnlichen Wunsch zu erfüllen. Was mit einem Tier begann, hat sich auf aktuell 14 Spinnen ausgeweitet. Nebeneinander stehen die Terrarien in Pauls Zimmer in einem Regal, denn jede Spinne möchte ihren eigenen Lebensraum haben und diesen mit niemandem teilen.

Bald muss Paul seine Terrarien wohl noch ein bisschen enger zusammenrücken, denn er hat vor kurzem mit seiner eigenen Zucht begonnen. „Ich habe versucht, zwei Spinnen miteinander zu verpaaren. Jetzt muss ich abwarten, ob das Weibchen einen Kokon baut und wenn alles gut gegangen ist, schlüpfen kurz darauf 100 bis 120 kleine Spinnenbabies, die ich, wenn sie etwas gewachsen sind, verkaufen möchte”, erläutert Paul die Züchtung.

Neben dem lateinischen Namen hat Paul jeder Spinne auch noch einen richtigen Namen gegeben. Vogelspinne Kira ist sein größtes Tier. Ihr Gift ist nicht allzu gefährlich, vergleichbar mit dem einer Biene oder Wespe.

"Ich füttere meine Spinnen mit lebenden Grillen und Heimchen. Es reicht, alle zwei bis drei Wochen zu füttern, ich mache es aber öfter, weil es interessant ist, ihnen beim Fressen zu zusehen”, beschreibt Paul die Essgewohnheiten seiner Tiere. Die Haltung insgesamt ist auch nicht sehr aufwändig, der Bodengrund muss z.B. nur jedes halbe Jahr erneuert werden.

Doch was ist es, das Paul so sehr an diesen achtäugigen Fremdlingen mit den behaarten Beinen fasziniert? „Spinnen leben in sehr interessanten Lebensräumen, manche graben sich Höhlen, andere bauen sich kunstvolle Nester. Ich mag es, sie zu fotografieren und auch, sie auf die Hand zu nehmen”, fasst Paul seine Begeisterung zusammen. Und mit dieser Begeisterung ist er nicht alleine, denn auch seine Freunde finden die Tiere super.

Laura Stricker

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