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Honduras

09.03.2010 | 16:42 Uhr

Honduras kennt man vielleicht wegen der angespannten politischen Situation oder weil es das einzige Land ist, das man bei „Stadt-Land-Fluss” mit H benutzen kann (nein, Helgoland ist kein eigenes Land). Durch Fußball ist man bisher aber erst einmal aufmerksam geworden.

1982 waren die Zentralamerikaner bei der WM in Spanien dabei. Nach 28 Jahren Abwesenheit, können sie also wieder zeigen, was sie können.

Dass die Honduraner es überhaupt nach Südafrika geschafft haben, war denkbar knapp. Nach einem Freilos in der ersten, einem Sieg über Puerto Rico in der zweiten, und einem Gruppensieg über die Mexiko, Jamaika und Kanada in der dritten Qualifikationsrunde – und damit mehr oder weniger lösbaren Aufgaben – kam es zur letzten Qualifikationsrunde. Hier mussten die Honduraner unter die ersten drei von sechs Mannschaften kommen.

Nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Erzrivale Costa Rica schaffte es Honduras in letzter Sekunde noch auf Platz 3. Costa Rica hatte gegen die USA noch in der fünften Minute der Nachspielzeit den Ausgleich hinnehmen müssen, Honduras hingegen gewann in El Salvador durch ein Tor von Carlos Pavon 1:0. Honduras ist wegen des besseren Torverhältnis auf Platz 3, Costa Rica bleibt im Sommer zuhause und Pavon wird zum Volksheld.

Überhaupt hat der Fußball für die honduranische Bevölkerung eine große Bedeutung. Die Menschen gingen nach der perfekten Qualifikation auf die Straßen und feierten zusammen. Keine Selbstverständlichkeit in einem von Armut, hoher Kriminalität und politischen Problemen gebeuteltem Land. Fußball tut diesem Land gut, das merkt man, und manchmal verbessert sich dadurch sogar die politische Situation: 2009 hob die Regierung eine Ausgangssperre auf, damit die Bürger in die USA reisen und die Nationalmannschaft bei der Kontinentalmeisterschaft unterstützen konnten.

So wunderbar der Fußball für Honduras auch ist – eine ernsthafte Chance gibt es für sie nicht. Nach den Gruppenspielen gegen die Schweiz, Chile und Spanien wird für die Zentralamerikaner wohl Schluss sein. Für die Mannschaft, die den meisten Spaß verbreitet, sind sie aber Favorit.

WM-Chancen: 0 von 4 Fußbällen

Julian Beimdiecke

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