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Schuluniformen

Gleiches Outfit = gleiche Chancen?

16.02.2010 | 17:46 Uhr

Lünen. Die Idee der Schuluniform: Alle Schüler kleiden sich jeden Morgen einheitlich. Um hervorzustechen, benötigt es schon eines auffälligen Verhaltens, denn dieses konforme Aussehen schafft zunächst den Eindruck, alle Schüler seien gleich.

Es strahlt Gehorsam und Anpassung aus, niemand offenbart seine Herkunft durch besonders elegante oder besonders unmodische Kleidung.

Die Realität ist aber fast überall anders: Jeder darf zur Schule gehen, wie er oder sie es möchte – oder auch einfach muss: es gibt graue Mäuse, aufreizende Mädels, lässige Typen und schrille Gestalten. Diese individuelle Freiheit, seinen Stil zu präsentieren, wird jedem gegönnt.

Ein wichtiges Mittel der Identifizierung

Oder? An wenigen Schulen ist eine Uniform bereits vorgeschrieben, jedoch steht seit einiger Zeit eine generelle Einführung der Schuluniformen zur Debatte. Sollten an einem öffentlichen Ort, dessen Besuch jeden Morgen allen Kindern und Jugendlichen vorgeschrieben ist, nicht doch besser gewisse äußerliche Maßstäbe aufgestellt werden? Schließlich sollte die Schule dasselbe Wissen für jeden jungen Bürger bieten, unabhängig von seiner sozialen Herkunft. Eine offensichtliche Unterscheidung der Schüler wäre da doch nicht förderlich, heißt es bei den Befürwortern.

Andererseits müsste doch heutzutage jedem erlaubt sein, sich nach eigenem Geschmack zu entfalten und dies auch zu zeigen, heißt es bei den Gegnern.

Was meinen Schüler und Lehrer aus Lünen zu dieser Frage? Die 19-jährige Anne Manten, die das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium besucht, sagt: „Eigentlich bin ich gegen Schuluniformen. Über seine Kleidung identifiziert sich ja jeder. Auf der anderen Seite könnte so eventuell Mobbing vermieden werden, denn häufig haben es die, die immer die angesagten Klamotten tragen, auf die abgesehen, die es sich nicht leisten können, ihren Kleiderschrank ständig nach dem neuesten Trend auszurichten.”

Ihre Mitschülerin Johanna Kersebohm, ebenfalls 19, spricht sich ganz klar für die Uniformen aus. Sie denkt, so würden sich die Schüler „mit der Schule identifizieren” und im Unterricht „auf das Wesentliche konzentrieren”, anstatt sich von optischen Oberflächlichkeiten ablenken zu lassen.

Auch der gleichaltrige Lukas Barczewski, der dieselbe Schule besucht, sagt: „Ich bin dafür! Es gäbe endlich nicht mehr den Druck, immer auf die Meinung der Anderen bei seiner Kleiderwahl Rücksicht zu nehmen. Marken wären unwichtig!”

Die 13-jährige Jaqueline Biolek von der Geschwister-Scholl-Gesamtschule hat ebenfalls eine positive Einstellung: „Ich fände das ganz gut, so werden Kinder aus armen Verhältnissen nicht mehr so ausgelacht. Außerdem ziehen sich manche viel zu freizügig an.”

Der Lehrer für Biologie und Chemie am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Rudolf Leismann (58), hat mit Schuluniformen andere Assoziationen. Ihn erinneren sie an einen „militärischen Drill”. Außerdem solle die „Selbstverwirklichung jedes Schülers gefördert werden” und dies würde bei einer Uniformpflicht „eher darunter leiden”.

Vanessa Heiseler (16), Schülerin an der Ludwig-Uhland-Realschule, bevorzugt auch die Freiheit, morgens selber bestimmen zu dürfen, wie sie sich anziehen möchte: „Über meine Klamotten möchte ich selbst entscheiden!” Die Meinungen sind also gespalten. Die einen bevorzugen den individuellen Kleidungsstil, die anderen die Vorteile der Gleichheit. Dem 18-jährigen Lukas Goletz hingegen fällt zu Schuluniformen nur ein Wort ein: „Sexy!”

Lara-Sophie Weeber

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